Ausgezeichnete Hilfe

Das zwölfköpfige Diakonieteam um Stationsleiterin Maria Reiß (zweite von rechts) und Diakonievorsitzenden Pfarrer Dirk Grafe konnte sich 2013 über einen Splas Suzukki als neues Dienstfahrzeug im Fuhrpark der Diakonie freuen. Es wurde seinerzeit auch gleich in den neuen Farben der Diakonie grün und orange präsentiert. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
16.09.2015
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Seit 50 Jahren leisten sie unschätzbaren Dienst am Mitmenschen: die Schwestern der Diakoniestation. Nun feiern sie ihr Gründungsjubiläum. "Diese Diakonie ist gelebte Nächstenliebe und würdevoller Dienst am Menschen", betonte Diakonievorsitzender Pfarrer Dirk Grafe.

Mit der Aufnahme ihrer Arbeit als Krankenschwester in der Gemeinde Speichersdorf am 15. Oktober 1965 durch die Diakonissin Luise Elsässer hatte die Station ihre Geburtsstunde. Die erste Vorstandschaft des Diakonievereins Speichersdorf mit Pfarrer Karl Grieninger an der Spitze hatte damals, 1965, keine Kosten und Mühen gescheut, um eine Gemeindeschwester für Speichersdorf zu finden.

Doch der Start war alles andere als leicht. Von Startschwierigkeiten kann insbesondere die Ehefrau des damaligen Pfarrers Grieninger, Anneliese Grieninger, die an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilnehmen wird, ein Lied singen. Die Diakonisse Luise Elsäßer kam 52-jährig im Oktober 1965 vom Mutterhaus Hensoltshöhe bei Gunzenhausen als erste Gemeindeschwester nach Speichersdorf. Für sie wurde eine kleine Wohnung im Pfarrhaus eingerichtet. Zur Bekanntmachung gab es Frauenabende, an welchen Schwester Luise vorgestellt wurde, damit die häusliche Pflege auch angenommen wird. Luise war rund um die Uhr in Bereitschaft, war zu den Hausbesuchen bei Wind und Wetter meist mit dem Mofa unterwegs, erzählt sie.

In den Wintermonaten wurde sie zu ihren Einsatzorten von einer Nairitzer Bürgerin gefahren. War Luise mal nicht ausgelastet, half sie im Kindergarten aus. Sie war bei Jung und Alt beliebt. Am 19. Februar 1981 musste Luise wegen Krankheit und aus Altersgründen Speichersdorf wieder verlassen und ins Mutterhaus Hensoltshöhe zurückkehren. Ihr zu Ehren wurde das Speichersdorfer Seniorenwohnheim nach ihr benannt.

Angehörigen von Schwerstkranken und Sterbenden unter die Arme zu greifen, war ihr Herzensanliegen. An diesem Ziel hat sich bis heute nichts geändert: die Schwestern pflegen teilweise die Menschen bis zum Tod. Ständig ausgeweitet hingegen hat sich seither die Arbeit, die Zahl der Schwestern stieg dank der Unterstützung eines ehrenamtlichen Helferkreises kontinuierlich.

Heute reicht das Spektrum von der ambulanten Krankenpflege bis zur Tagespflege. Sie ist von bester Qualität: Stolz dürfen die Schwestern darauf sein, dass die Station 2014 vom Medizinischen Dienst mit einer glatten 1,0 bewertet wurde. Um betreuenden Angehörigen den Umgang mit alten, kranken, insbesondere dementen Menschen besser zu bewältigen, um zu erfahren, warum ein kranker Mensch so reagiert oder so ist, bietet die Diakoniestation kostenlose Schulungen an. Inhalte sind das Wissen über und den Umgang mit dieser Krankheit, Methoden und Möglichkeiten der Beschäftigung mit dem Kranken.

Seit 2014 ist der Rathausplatz 9 das Zuhause sowie die Anlaufstelle der Diakonieschwestern. In einer Feierstunde mit einem Nachmittag der offenen Tür wurde vor einem Jahr das neue Domizil eingeweiht.
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