Blick auf arme Kinder lenken

Als heilige Drei Könige verkleidet zogen nach einem Gottesdienst in der St.-Michaels-Kirche Sternsinger von Haus zu Haus.
Lokales
Speichersdorf
07.01.2015
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Sich für die Sternsinger Zeit nehmen bedeutet, sich Zeit zu nehmen für Gott. Laut Pfarrer Sven Grillmeier würden sie den Blick auf die vielen Kinder lenken, die nicht genug zu essen haben oder die zu arm sind, sich gesund zu ernähren.

"Ich wünsche euch offene Türen und gute Erfahrungen", gab Pfarrer Sven Grillmeier am Neujahrstag am Ende des Festgottesdienstes mit auf den Weg. Danach waren 24 Sternsinger mit acht Betreuern im Gemeindegebiet unterwegs, um den Segen des Gottessohnes in die Häuser zu tragen.

In einem feierlichen Abendgottesdienst wurden die Sternsinger unter dem Leitspruch "Segen bringen, Segen sein" auf den Weg geschickt. Organist Michael Scherm ließ dazu Adolf Friedrich Hesses F-Dur-Ouvertüre, Felix Mendelsohn Bartholdys Präludium in C-Dur und die Pastorellen des Barockkomponisten Johann Valentin Rathgeber erklingen.

Die Sternsingersprecher Michael Bernreiter, Lukas Kauper und Thommy Kaufmann stellten die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar vor. Sie brachten den Segen in die Häuser und sammelten Spenden für das Kindermissionswerk, insbesondere für Kinder auf den Philippinen.

Könige machen sich rar

Wermutstropfen der Kirchenlaibacher Sternsingeraktion 2015: Erstmals in ihrer Geschichte konnten zwei der ursprünglich zehn Gebiete, in die der Einzugsbereich der Pfarrei Kirchenlaibach eingeteilt ist, nicht mehr angegangen werden. Pfarrer Grillmeier war die Enttäuschung sichtlich anzumerken. In der 50-jährigen Geschichte der Dreifaltigkeitspfarrei fanden sich erstmals nicht genügend Sternsinger und Begleiter, so dass keine Gruppe mehr die Haushalte in einem Teil der Neustädter, der Marienbader Straße und dem Baugebiet beim Sportplatz sowie die Ortsteile Zeulenreuth, Brüderes und Hundsmühle aufsuchte.

Aufgeteilt in acht Gebiete zogen die Sternsinger, gleich ob katholisch oder evangelisch, ob konfessionell gebunden oder nicht, ob im Zentrum oder in den Ortsteilen, zu den 2000 Haushalten. Zu einer ersten Route brachen sie vom katholischen Pfarrheim aus auf. Zwei Tage waren die 2512 Katholiken und 2634 Protestanten in Kirchenlaibach, Alt-Speichersdorf, Speichersdorf-Ost, Speichersdorf-Zentrum und Speichersdorf-Süd sowie die Orte Windischenlaibach, Selbitz, Nairitz, Kodlitz und Weierhut ihr Ziel.

An die Türen schrieben sie einer alten Tradition folgend ihre Initialen mit der neuen Jahreszahl, die Abkürzung für den Segensspruch "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus). Zugleich baten sie um ein Opfer für die philippinischen Kinder in der Mission.

Das Beispielland Philippinen zeige eindrucksvoll deren Lebenswirklichkeit. Weltweit würden jedes Jahr 2,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung sterben. Mit dem Motto der Sternsingeraktion soll auch die dringend erforderliche gesunde Ernährung von Kindern auf den Philippinen und weltweit angemahnt werden.

Mit offenen Herzen

So wie sich Gott Zeit genommen habe für die Menschen, so Pfarrer Grillmeier, und Mensch geworden sei, sollten sich die Menschen Zeit nehmen für die Sternsinger und deren Botschaft.

Daran anknüpfend wünschte der Pfarrer, dass die Christen den Sternsingern mit offenen Herzen und Händen begegneten, damit der Glaube hinausgetragen werde in die Welt. "Die Schwächsten in der Gesellschaft werden es ihnen danken", versicherte der Priester.
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