Blick in die Lokalhistorie

Einen neugierigen Blick in die alten Dokumente wagten (sitzend von links) Norbert Sack, Harald Stark und Stefanie Hauenstein sowie (stehend von links) Ingeborg und Peter Rothenbücher, Hans Wittauer, Manfred Porsch, Hans Unterburger, Thorsten Leusenrink und Klaus Bauer. Bild: op
Lokales
Speichersdorf
02.03.2015
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Bis zu 500 Jahre alt sind die Urkunden und Protokollbücher, die Weidenberg, Speichersdorf und Kirchenpingarten erworben haben. Peter Rothenbücher und seine Frau Ingeborg vom Bayreuther Auktionshaus Schloss Birken bewahrten die Schätze aus Papier und Pergament drei Jahrzehnte lang auf und verkauften sie jetzt im Paket.

Über 700 eng beschriebene Seiten umfasst das Gebührenregister der Ämter Weidenberg und Neustadt am Kulm. Das Buch ist 13 Zentimeter dick. Erworben wurde ferner ein Lehen-Protokollbuch, in dem der Weidenberger Gerichtsschreiber Veit Albrecht Köhler von 1645 bis 1688 Briefprotokolle, Beurkundungen von Hofübergaben und Grundstücksverkäufe sowie Eheverträge aus der Frankenpfalz niederschrieb.

Das Adelsgeschlecht der Lindenfelser besaß im 17. Jahrhundert über zehn Rittergüter, darunter Nairitz, Weidenberg, Thumsenreuth und Göppmannsbühl. Die älteste Urkunde auf Pergamentpapier datiert dabei vom 11. September 1542. Es handelt sich um einen Kaufvertrag, in dem das Gut Reislas an Jobst von Künßberg veräußert wird. In zwei anderen Schriftstücken wird die Belehnung von Reislas 1628 und von Nairitz (1728) beurkundet. Der Rest, so wird vermutet, dürfte 1899 bei einem Brand in Wolframshof bei Kemnath ein Raub der Flammen geworden sein. Bei der Übergabe im Weidenberger Rathaus dabei waren der Plassenburg-Kastellan und Heimatpfleger für den Altlandkreis Stadtsteinach, Harald Stark, die Weidenberger Archivarin Stefanie Hauenstein sowie die Bürgermeister Hans Wittauer (Weidenberg) und Manfred Porsch (Speichersdorf), Bürgermeister a. D. Hans Unterburger (Seybothenreuth) sowie die Geschäftsleiter Thorsten Leusenrink (Speichersdorf) und Klaus Bauer (Weidenberg). Für den Weidenberger Lokalhistoriker Norbert Sack, der den Verkauf in Vorgesprächen eingefädelt hat, sind die historischen Dokumente ein "absoluter Glücksfall".

Übergeben wurde auch ein Büchlein, das sich mit der Geschichte der Adelsfamilie von Lindenfels ab dem Jahre 1688 beschäftigt. Wie es hieß, sollen die Urkunden und Bücherseiten abfotografiert und dann in den drei Gemeinden ausgestellt werden. Die Originale verbleiben im Weidenberger Archiv.
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