Bürgermeister Manfred Porsch fordert beim Volkstrauertag größeres Engagement der Bundesrepublik
Mehr Verantwortung für Weltfrieden

Bürgermeister Manfred Porsch (rechts) wählte in seiner Ansprache am Kriegerdenkmal klare Worte. Mit reinem "Nicht-Vergessen" sei es nicht getan. Mehr deutsches Engagement zur internationalen Stabilität sei wünschenswert. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
19.11.2014
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Der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege sowie in den Krisenherde in aller Welt gedachten Bevölkerung und Vereine bei verschiedenen Gedenkfeiern in Kirchenlaibach, Frankenberg, Speichersdorf, Wirbenz und Windischenlaibach. In Kirchenlaibach waren durch der Bildung der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach-Mockersdorf die Feierlichkeiten auf nach dem Vorabendgottesdienst vorverlegt worden. Zudem verliehen die Neugestaltung des Ablaufs sowie eine große Anteilnahme der Bevölkerung der Feierstunde einen besondere Note.

In einer beeindruckenden Predigt prangerte Pfarrer Sven Grillmeier die Vorurteile gegenüber den Bundeswehrsoldaten an. "Keiner geht zur Bundeswehr, weil er baller- oder schießwütig ist, weil er macht- und geltungsbedürftig ist oder weil er auf dem Arbeitsmarkt nichts findet." Diese berufliche Herausforderung anzunehmen, setze vielmehr ein Höchstmaß an Idealismus, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Selbstlosigkeit voraus. Die jungen Leute stellten ihre Talente in den Dienst der Gesellschaft, sagte der Geistliche. "Sie riskieren ihr Leben für unsere Sehnsucht nach Frieden und Sicherheit." Ihnen gebühre unser aller Respekt und Wertschätzung, Dank und Anerkennung. Ebenso wie den Gefallenen und Vermissten der Weltkriege, die für unsere Freiheit ihr Leben gelassen haben.

Ehrengast

Musikalisch angeführt von den Speichersdorfer Musikanten um Jürgen Küffner sowie begleitet von Fackelträgern des Soldaten- und Kriegervereins und der Feuerwehr, bewegte sich ein langer Ehrenzug zum Kriegerdenkmal. Neben den Bürgermeistern und Gemeinderäten war als Ehrengast auch der Oberstleutnant der Reserve, Roland Schmieder aus Seybothenreuth, gekommen. Die Reservistenkameraden Norbert Kaussler und Helmut Würfel stellten am Mahnmal die Ehrenformation. Der Katholische Kirchenchor und der Chor der Musikfreunde mit Alfred Malzer an der Spitze eröffneten die Gedenkfeier. "Mit dem Gedenken an das furchtbare Leid vergangener Tage geht eine eindringliche Mahnung an uns Lebende einher: Die Ermahnung, uns immer wieder für Frieden und Freiheit einzusetzen und entschieden gegen Unfreiheit, Krieg, Gewalt und Terror vorzugehen", sagte Bürgermeister Manfred Porsch.

Gleichermaßen seien die Menschen aufgefordert, den Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten zu helfen und ihnen ein vorübergehendes Zuhause zu bieten. Porsch gedachte den Syrern, Irakern, Ukrainern und Afrikanern, die wegen des Terrors, der Verfolgung und brutaler Gräueltaten an Zivilisten und Andersgläubigen in benachbarte Länder und Europa fliehen, um zu überleben. "Frieden, Freiheit und Verständigung sind in vielen Regionen auch heute nicht erreicht, nicht gesichert und schon gar nicht selbstverständlich", sagte der Bürgermeister. Die Vielzahl neuer Bedrohungen erfordere eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verbündeten. Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, forderte er. Die friedensstiftenden Einsätze von Nato und Uno seien deshalb auch ein Vermächtnis der Kriegstoten.

Sein Dank und Respekt galt den vielen deutschen Soldaten, Reservisten, Polizeibeamten oder auch Zivilisten, die sich bei Auslands-Einsätzen verantwortungsvoll engagierten. Nach Salutschüssen und gesenkten Fahnen, begleitet vom "Lied vom guten Kameraden", bildeten die Bayern- und Nationalhymne einen würdigen Abschluss.
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