Doppelt glücklich

Lokales
Speichersdorf
12.09.2015
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Wenn Sascha Grammel, Michl Müller oder Monika Gruber ihre Späße machen, strahlen Gesichter. In Speichersdorf gilt das zweifach: Hierher kommen die Kabarettisten fast immer im Auftrag der Bürgerstiftung Lebensfreude. Und die verbindet Unterhaltung mit Hilfe für Menschen in Not.

Eine unheilbare Krankheit, der Tod des Ehepartners oder der Verlust des Arbeitsplatzes: Wie schnell kann das Schicksal zuschlagen, Hilfe scheint dann unerreichbar. 2007 fassten einige Freunde um die Speichersdorfer Heidi Lauterbach, Wolfgang Hübner und Claudia Fischer den Entschluss, eine Stiftung zu gründen, die solche Hilfe bieten soll. Ihre Bürgerstiftung Lebensfreude soll Mitbürgern helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Zu diesem Zweck begannen sie, Konzert-, Comedy- und Kabarettabende zu organisieren. Alle Erlöse, sei es die Beteiligung an Ticketverkäufen, der Gewinn beim Essensverkauf oder zusätzliche Spenden werden der Stiftung zugeführt. Am 4. Dezember 2007 erkannte das Bayreuther Finanzamt die Bürgerstiftung Lebensfreude als gemeinnützig an und genehmigte sie inklusive Verträgen und Satzung.

Über 100 Menschen

Seitdem haben über 100 Menschen Hilfe bekommen, erzählt Wolfgang Hübner, die Summen, die die Antragsteller erhalten, variieren von niedrigen dreistelligen bis zu hohen vierstelligen Beträgen. Durchschnittlich in zehn Fällen hilft die Stiftung pro Jahr, natürlich variiert die Zahl je nach Budget. Manchen Personen wird mehrmals geholfen, andere können schon nach einmaliger Unterstützung wieder auf eigenen Beinen stehen. Namen und exakte Zahlen möchte Wolfgang Hübner nicht nennen, um die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Verraten kann er, dass die Hilfe vielschichtig und unbürokratisch sei, oft auch scheinbar unspektakulär: "Selbst eine Spende von 100 Euro kann für eine sozial schwache Familie eine riesige Hilfe bedeuten." Bei größeren Projekten, zum Beispiel ein Auto für eine behinderte Person, kooperiert die Bürgerstiftung Lebensfreude auch mit anderen Vereinen, etwa mit den "Menschen in Not", der "Antenne Bayern Stiftung" und der "Marianne Strauß Stiftung". Des Weiteren arbeiten die Verantwortlichen eng mit sozialen und kirchlichen Einrichtungen zusammen, um Menschen im Speichersdorfer Umkreis helfen zu können.

In der Satzung der Stiftung heißt es: "Die Stiftungszwecke werden insbesondere verwirklicht durch die Unterstützung betroffener Menschen, Personengruppen, Vereinigungen und Einrichtungen durch Geld- und Sachleistungen, durch Hilfe zur Selbsthilfe und durch Förderung von Initiativen, Maßnahmen und Projekten, die den Stiftungszwecken dienen, oder durch Einzelfallhilfe." Trotzdem ist die Bürgerstiftung Lebensfreude darauf bedacht, keine reine Benefizveranstaltung darzustellen. Im Gegenteil, man wolle sich den Herausforderungen des Marktes stellen heißt es in einem Anschreiben an "Cindy aus Marzahn". Wolfgang Hübner ist stets engagiert Hochkaräter der deutschen Kulturszene für einen Auftritt in Speichersdorf zu gewinnen, was nicht immer leicht ist.

Zahlreiche Helfer

Zahlreiche Helfer unterstützen den Vorsitzenden des Kuratoriums bei den Veranstaltungen. Besonders gern erinnert sich Hübner an die Auftritt von Helmut Schleich, Django Asül und Bruno Jonas in der Sportarena. Das ursprüngliche Ziel, eine Veranstaltung pro Jahr zu organisieren, ist längst überholt: Drei bis vier mal jährlich lädt die Bürgerstiftung Lebensfreude ein. Bei namhaften Künstlern sind die Sportarena und die Kemnather Mehrzweckhalle mit mehr als 1500 Gästen gefüllt, bei eher unbekannten Auftritten versammeln sich einige hundert Menschen in der Festhalle in Speichersdorf.

Gerhard Polt und die Well-Brüder sind die nächsten Akteure in Speichersdorf, der Auftritt am 23. Oktober sei fast ausverkauft, freut sich Wolfgang Hübner. Auch auf die nächsten Veranstaltungen ist er gespannt, aber nicht nur weil die Künstler hochklassig sind, sondern auch weil dadurch wieder jede Menge Geld in die Kassen der Stiftung kommt. Dann sind sowohl Gäste als auch Künstler und ganz besonders die Menschen glücklich, denen mit dem Geld geholfen wird.
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