Ehrenbürger, Ehrenmann

Georg Herath in der Mitte seiner Liebsten. Gemeinsam feierten sie den 90. Geburtstag. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
18.03.2015
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Es gibt wenige CSU-Politiker, vor denen Speichersdorfs Bürgermeister sich verneigen würde. Bei Georg Herath tat es Manfred Porsch ausdrücklich. Die Verdienste des Ehrenbürgers sind einfach groß. Das belegte die Feier zum 90. Geburtstag.

Kommunalpolitik und Raiffeisenbank waren lange sein Leben, die Familie ist es immer noch. Mit Georg Herath feierte am Samstag ein fideler Ehrenbürger 90. Geburtstag im Landgasthof Imhof. Wie immer brachte er alles Wichtige kurz und knapp auf den Punkt: "Ich danke dem Herrgott, dass er mir die 90 Jahre so schön geschenkt hat und dass alle meiner Einladung gefolgt sind."

Tatsächlich waren alle da: die Kinder Harald, Sigrid und Markus, die Enkel Judith, Ester, Mario, Tobias, Daniel, Christian und Laura, die Urenkel Linus und Madita, die Bürgermeister Manfred Porsch, Simone Walter und Rudi Heier mit den Gemeinderäten sowie die Pfarrer Hans-Joachim Gonser, Dirk Grafe und Sven Grillmeier. Die Vertreter der Raiffeisenbank am Kulm hatten sich ebenso eingereiht wie Abordnungen des TSV, FGV, Kulturverein, Feuerwehr, CVJM, CSU, VdK, Soldatenkameradschaft, Gartenbauverein und der Siedler.

Die Ehrenbürgerwürde erhielt der langjährige CSU-Gemeinderat und zweite Bürgermeister 2005 für sein 45-jähriges kommunalpolitisches Wirken. Herath hat über sechs Jahrzehnte die Gemeinde geprägt. "Ich verneige mich", so Bürgermeister Porsch. Ansonsten gab es keine großen Reden - und keine Geschenke. Georg Herath wünschte sich stattdessen eine Spende für die Diakonie.

Seit dem Tod seiner Johanna nach 50 Ehejahren vor sechs Jahren führt er seinen Haushalt selbst. Er ist viel unterwegs in der Gemeinde. Es zieht ihn in die Kirche, zum Fußballplatz und immer wieder ins Luise-Elsäßer-Haus. Viel Zeit verbringt er auch bei Nichte Gerlinde. Unverzichtbar sind die Schafkopfrunden mit den früheren Kollegen.

Heraths Wiege stand in Zeulenreuth. Nach der Kaufmannsgehilfenprüfung musste er in den Krieg. Zurück aus der Gefangenschaft, war er als Lohnbuchhalter und Maschinendrucker tätig, ehe er 1952 als Bezirksleiter zur Aachener und Münchener Versicherung wechselte und dort 1955 Generalagent wurde. Von 1961 bis 1966 war Herath in Speichersdorf Gemeindesekretär. Dann übernahm er die Geschäftsführung der Raiffeisenbank. 1978 folgte die Ernennung zum Direktor der Raiffeisenbank am Kulm. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender trat Herath 1988 mit 63 Jahren in den Ruhestand.

Von 1960 bis 2002 saß er im Gemeinderat. Nach drei Jahren als drittere Bürgermeister (1964 bis 1966) fungierte er 30 Jahre als erster Stellvertreter (1966 bis 1996). Nach dem Tod Franz Scherms am 11. September 1995 nahm er bis 24. März 1996 kommissarisch das Amt des Bürgermeisters wahr. Über die Jahrzehnte wickelte Herath fast alle Grundstücksgeschäfte ab, stand dem Rechnungsprüfungsausschuss vor und gehörte dem Finanz- und Bauausschuss an. Herath ist seit 1985 Träger der gemeindlichen Bürgermedaille in Gold und seit 1994 der kommunalen Verdienstmedaille in Bronze. Der CSU gehört Herath seit 1983 an. Der Ortsverband dankte mit der Ehrenmitgliedschaft. Groß ist auch das Engagement in Vereinen und evangelischer Kirche. Seit der TSV-Neugründung war Herath Mitglied, 1949 bis 1951 Fußballabteilungsleiter, 1951/1952 Schriftführer, von 1956 bis 1970 zweiter Vorsitzender und einige Jahre Schiedsrichter. Er trägt das Ehrenzeichen in Gold von BLSV und vom BFV.

Dem Kirchenvorstand gehörte Herath von 1978 bis 2002 an, darunter zwölf Jahre als Vertrauensmann. Auch bei Feuerwehr, VdK und Siedlerbund war er Mitglied. Beim Kriegerverein gehöre er zu den Gründern, war jahrelang Schriftführer und Kassenrevisor. Bis zum Verdienstorden I. Klasse wurden ihm alle Auszeichnungen verliehen.
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