Ein Tusch für den Taktgeber

Lokales
Speichersdorf
16.04.2015
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Speichersdorf hat einen neuen Ehrenbürger: Am Dienstag würdigte der Gemeinderat Siegfried Schäller. Für den langjährigen Vorsitzenden des Fichtelgebirgsverein war es nicht selbstverständlich, die Ehre anzunehmen.

Bürgermeister Manfred Porsch führte aus, dass mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde das außergewöhnliche Engagement Siegfried Schällers für die Kommune und die Gesellschaft betont werde. Porsch erinnerte, dass Schäller von 1966 bis 1996 als Gemeinderat gewirkt und sich besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung erworben habe. In die Zeit seines Wirkens fiel die Gründung der Großgemeinde Speichersdorf 1972.

"Siegfrieds Wort hatte Gewicht, seine Wortbeiträge waren geachtet", so Porsch. Er habe wie kein anderer die unterschiedlichen Standpunkte beurteilen, bewerten und ein Resümee verkünden können. Von 1972 bis 1996 war Schäller im Kreistag des Landkreises Bayreuth. Mehrmals ist er für Engagement bereits ausgezeichnet: 1984 mit der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken, 1985 mit der Bürgermedaille in Gold der Gemeinde, 2011 mit dem Kulturpreis des Landkreises und 2012 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. "Dein Engagement war großartig, eindrucksvoll und bis ins hohe Alter einzigartig", so Porsch. Schäller sei ein leuchtendes Vorbild für nachfolgende Generationen.

Porsch rief auch die Gründung der Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins 1973 in Erinnerung, den Schäller 40 Jahre leitete. Ab 1984 begann die Organisation der Ausbildung der Jugend in der Ortsgruppe, der Grundstock für die Gründung der Musikschule im Fischtelgebirgsverein, die bis heute erfolgreich in der Gemeinde arbeitet. Daraus entstanden auch die Speichersdorfer Musikanten, die weit über die Region hinaus bekannt sind. "Siegfried Schällers Lebenswerk ist jedoch die Tauritzmühle", betonte der Bürgermeister. Sie sei das Zentrum einer Region für Wanderer und Naturfreunde sowie bekannt als Kleinod für Gastlichkeit, Gemütlichkeit, Kultur und Brauchtumspflege.

Als überzeugter Porzelliner und Werksleiter von "Thomas am Kulm" habe Schäller dafür gesorgt, dass fortwährend in das Porzellanwerk investiert worden sei. Während seiner beruflichen Tätigkeit habe er auch die Thomas-Sportgruppe sowie den Thomas-Chor gegründet. Nach der Verleihung der Urkunde trug sich Schäller in das Goldene Buch der Kommune ein.

Der Geehrte bedankte sich bei Porsch. "Obwohl es mir sicherlich nicht an Selbstbewusstsein mangelt, habe ich lange mit mir gerungen, ob ich diese Auszeichnung annehmen darf", bekannte Schäller. Denn diese über 50 Jahre in Speichersdorf seien eben "nicht nur eitel Sonnenschein", sondern auch "voller Hindernisse und Zwiespalt" gewesen. Und doch freue er sich riesig über diese Anerkennung der Bemühungen und Erfolge der vielen Idealisten und Freunde, deren "Sprecher und Taktgeber" er jahrzehntelang sein durfte.
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