Für ein Ja zu viele Fragen

Lokales
Speichersdorf
24.10.2015
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Kein grünes Licht für eine neue Freiflächenphotovoltaikanlage. Speichersdorfs Gemeinderat stellte die Bauvoranfrage des Anlagenprojektanten Exico zurück. Zunächst möchte die Gemeinde eigene Ansprüche ans Energiekonzept klären und über den Flächennutzungsplan entscheiden.

Bürgermeister Manfred Porsch stellte in der Gemeinderatssitzung die Planung der Firma Exico-Green Engineerung GmbH aus Altenkunstadt vor. Sie will eine Photovoltaikanlage entlang der Bahnstrecke Kirchenlaibach-Seybothenreuth bauen. Auf drei Grundstücken zwischen Brüderes und Kirchenlaibach soll auf rund 28 000 Quadratmetern die Anlage entstehen. Porsch erklärte, dass Exico die zwischen 1 450 bis 2 000 Kilowatt-peak leistende Anlage projektiert und damit an ihren Erstantrag aus 2012 anschließt. Nach der Genehmigungsphase steht es der Firma frei, das Objekt selbst zu verwirklichen oder einen Investor zu finden. Privilegierungsflächen liegen beidseits von Bahnstrecken und Autobahnen bis zu einer Breite von 110 Metern. Nach der grundsätzlichen Zustimmung ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan notwendig. Kontrovers waren die Meinungen.

Unsicher war sich das Gremium über die Rechtslage für Freiflächenanlagen und die Abnahmeverpflichtung. Bislang erhielten Betreiber für auf einen Bebauungsplan gestützte Anlagen an Autobahnen oder Schienenwegen vom Netzbetreiber die feste Einspeisevergütung. Mehrere Ratsmitglieder plädierten, sich zunächst den im eigenen Energienutzungsplan festgelegten Rahmenbedingungen und Zielsetzungen zu widmen sowie einen Soll-Ist-Vergleich vorzunehmen. Zudem will man sich die Frage "wie viel Freiflächenphotovoltaikanlagen braucht eine energieautarke Gemeinde und wie viele verträgt die Landschaft" beantworten.

"Wir haben bereits viel für die Energiewende getan und haben unsere Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Doch ist alles Weitere im Sinne unserer Bürger und unserer Heimat?", hieß es aus dem Rat. "Dies wollen wir mit der Überarbeitung unseres Flächennutzungsplanes klären, der dabei auch mit den Grundstückseigentümern die entscheidende Rolle spielt", war Porschs Vorschlag. Um den Planungen und Entscheidungen nicht vorab zu widersprechen, entschied der Gemeinderat mit 17:2 Stimmen die Bauvoranfrage einstweilen zurück zu stellen.
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