Fürs Wasser fließt mehr Geld

Gemeinderäte schauen sich die zerstörten Wasserleitungen nach einem Rohrbruch im Jahr 2014 an. Die vielen geplatzten Rohre in der Kalkulationsphase 2014-2015 sorgen nun dafür, dass der Wasserpreis steigt. Bild: ak
Lokales
Speichersdorf
07.10.2015
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Seit 1. Oktober gibt es in Speichersdorf die gesplittete Abwassergebühr. Auch beim Frischwasser gibt es für Bürger Neuigkeiten - keine guten.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Kubikmeterpreis für Frischwasser auf 1,21 Euro anzuheben. Die bis zum 30. September geltende Gebühr betrug 0,91 Euro/Kubikmeter. Damit trug das Gremium den gestiegenen Unterhaltskosten und der dauernden Unterdeckung im Trinkwasserbereich Rechnung. Das Kommunalberatungsbüro Hurzlmeier hatte die Gebühren neu kalkuliert, Referentin Marina Maier stellte sie dem Gremium vor.

Die Nachkalkulation der Jahre 2012 bis 2014 ergab ein jährliches Defizit von 64 724, 67 858 und 168 946 Euro. Das große Minus des letzten Abrechnungsjahres war den vielen, teuren Rohrbrüchen geschuldet. Bürgermeister Manfred Porsch erläuterte, dass in den nächsten Jahren die Asbestzementleitungen erneuert werden müssen. Diese Unterhaltungsmaßnahmen schlagen in der Kasse deutlich zu Buche.

Auf Vorschlag Maiers soll das Defizit mit 75 382 Euro auf den Kalkulationszeitraum von vier Jahren verteilt werden. Dies stieß nicht bei allen Gemeinderäten auf Verständnis, da bisher alle drei Jahre kalkuliert wurde. Maier argumentierte, dass damit das nachzuholende Defizit zugunsten des Gebührenzahlers weiter gestreckt wird. Zudem spart dieser längere Kalkulationszeitraum Bearbeitungszeit und -kosten. Für die Jahre 2016 bis 2018 ergeben sich voraussichtliche Betriebskosten von je 217 250 Euro. Zusammen mit Abschreibung, Verzinsung und dem Defizitanteil summieren sich die umzulegenden Jahreskosten auf 479 132 bis 491 959 Euro für 2016 bis 2018. Der Jahresverbrauch beträgt rund 411 000 Kubikmeter. Zusammen ergibt dies einen Kubikmeterpreis von 1,21 Euro ab 1. Oktober.

Rechtsanwältin Anette Freitag erläuterte dem Gremium die neue Beitrags- und Gebührensatzung (BGS/WAS) sowie die Neuerungen der Wasserabgabesatzung (WAS). Die Texte wurden geändert, um Rechtssicherheit zu schaffen. Sofern bei Baumaßnahmen kein Bauwasserzähler vorhanden ist, werden künftig Baukörper bis 1000 Kubikmeter umbautem Raum mit 25, bis 2000 Kubikmeter mit 50 und für jede weitere 1000 Kubikmeter weitere 25 Kubikmeter Trinkwasser zum Preis von 1,21 Euro/Kubikmeter berechnet. Die WAS erhielt neue Begriffsbestimmungen für gemeinsame und verzweigte Grundstücksanschlüsse sowie Vorschriften über zugelassene Materialien. Zudem wurde ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro für Verstöße festgelegt. Beide Satzungen fanden die Zustimmung aller Räte.

Einstimmig fiel auch das Votum zur Aufnahme von verrohrten Gräben in das Kanalverzeichnis aus. Demnach gehören zwei Grabenverrohrungen in Speichersdorf-Süd und Ramlesreuth künftig zu den kommunalen Entwässerungseinrichtungen.
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