Funkturm GmbH macht's nochmal

Im Sommer errichteten Bauarbeiter den 40-Meter-Mast an der Bundesstraße. Für die Anbindung an den Verteiler in Speichersdorf, soll nun aber auch dort ein Mast entstehen. Bild: ak
Lokales
Speichersdorf
27.09.2014
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Ist der Ärger um den Speichersdorfer Mobilfunkmast doch nicht ausgestanden? Der Mast an der B 22 steht, nun droht Streit um die Verbindung zum Verteiler im Ortszentrum. Der Betreiber möchte diese über Funk herstellen - und dazu nun doch eine Antenne nahe der alten Post aufstellen.

(wüw) Ein ärgerlicher Bürgermeister Manfred Porsch informierte seine Gemeinderäte über die Pläne der Deutschen Funkturm GmbH.Die Telekomtochter hatte der Gemeinde gemeldet, dass die "Mobilfunkübertragungsstelle mit Mast" an der Bundesstraße 22 per Richtfunk an die Vermittlungsstelle angebunden wird. Der nötige Übertragungsschirm hat einen Durchmesser von lediglich 30 Zentimetern - soll aber auf die Spitze eines rund sieben Meter hohen Masts montiert werden.

"Bislang sind wir davon ausgegangen, dass die Telekom ein Glasfaserkabel als Verbindung nutzt", erklärte Porsch auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei nicht wirtschaftlich habe das Unternehmen der Gemeinde mitgeteilt. Zufrieden gibt sich Porsch damit nicht. "Wir fordern weiterhin eine Glasfaserleitung." Dem Bürgermeister ist allerdings klar, dass die Gemeinde nicht die besten Karten hat: Der Mast über der Telekom-Verteilerstelle ist genehmigungsfrei, der Gemeinderat hat kein Mitspracherecht. "Allerdings gilt für die Fläche immer noch die Veränderungssperre", argumentiert Porsch. Die Gemeinde habe ihren Juristen beauftragt, den Fall zu prüfen. Die Deutsche Funkturm GmbH war in den vergangen Tagen nicht in der Lage, eine Stellungnahme zu dem Fall abzugeben.

Der Streit um den Funkmast in Speichersdorf dauert bereits seit dem Jahr 2009. Damals beantragte die Funkturm GmbH den Bau der 40 Meter hohen Anlage bei der alten Post an der Bahnhofstraße. Der Gemeinderat lehnte den Plan ab und belegte die Fläche nördlich der Bahnhofstraße mit einer baulichen Veränderungssperre. Gegen diese klagte das Unternehmen vor dem Verwaltungsgericht in Bayreuth. Die Richter gaben aber der Gemeinde recht. Bevor das Oberverwaltungsgericht München den Berufungsantrag der Funkturm GmbH behandelte, einigten sich die Parteien, der Mast entstand im Sommer 2014 außerhalb des Orts an der Bundesstraße.

Nun drohen bei der Inbetriebnahme neue Verzögerungen. Dabei drängt die Zeit, denn zum Jahresende läuft der Vertrag des Unternehmens mit der Katholischen Kirche aus. Bislang nutzt die Telekomtochter den Turm der Dreifaltigkeitskirche als Funkstation. Allerdings wäre es nicht das erste Mal, das der Vertrag kurzfristig verlängert wird.
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