Genug sollte genügen

Für festliche Klänge sorgte der evangelische Posaunenchor in der alten Sankt-Ägidius-Kirche. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
24.12.2014
1
0

Ein Plädoyer für Besinnung und Genügsamkeit: Bei der Dorfweihnacht der Speichersdorfer CSU überwogen die kritischen die freudigen Töne.

Posaunenklänge, Männerstimmen und besinnliche Gedanken zum Geburtsfest Jesu Christi luden bei der Dorfweihnacht der CSU in der St.-Ägidius-Kirche zur Besinnung aufs Fest ein. Vorsitzender Franc Dierl erinnerte an kriegerische Auseinandersetzungen im Ausland und die Hektik in der Heimat. Dierl mahnte an, die Frage nach den Sinn des Lebens in den Mittelpunkt zu stellen. Die Dorfweihnacht bei Kerzenschein solle dazu Gelegenheit bieten.

Eine besondere Note verlieh der Feierstunde der evangelische Posaunenchor. Er ließ mit Trompeten und Hörnern den "Weihnachtsmarsch" und "Heilige Nacht" erklingen. Begleitet von den Posaunenklängen stimmten alle Teilnehmer ein in "O Tannenbaum" und "Leise rieselt der Schnee". Der Männergesangverein 1854 Wirbenz unter Leitung von Iris Meier sang "Freue dich Welt, dein König naht", "Stille Nacht" und "Herbei ihr Gläubigen - triumphieret". "Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus" rezitierte Christkind Jennifer Sendelweck Joseph von Eichendorffs Gedicht "Weihnachten". Für eine von viel Applaus begleitete Überraschung sorgte Traudl Schirmer. Sie hatte sich über die CSU-Dorfweihnacht und ihr besinnliches Umfeld Gedanken gemacht und in Reinform gebracht.

Auch als Zeit der Wertschätzung von Zufriedenheit und Genügsamkeit definierte Pfarrer Dirk Grafe die Tage des Weihnachtsfestes. Daraus entstehe Dankbarkeit für das, was wir haben, sagte er. Dies sei umso nötiger, als die Kluft zwischen Arm und Reich unüberschaubar sei. "Bei uns regen sich Menschen auf, wenn sie vor dem Geschäft nicht gleich einen Parkplatz bekommen, andernorts müssten sich Menschen zwei Stunden auf dem Weg zu einer Wasserquelle machen." Manchem reiche die Auswahl zwischen 37 Getränkesorten nicht, während zwei Milliarden Menschen kein sauberes Wasser hätten. "Das mag ich nicht", sei hie und da zu hören, während anderseits zwei Milliarden Menschen Hunger leiden.

Alte Bräuche und Rituale an Heiligabend vom abgesperrten Wohnzimmer über die Weihnachtsgans bis zum Klingeln der Glöckchen sorgen für ein Stück Zuhause, für Geborgenheit und Sicherheit, so Pfarrer Sven Grillmeier. Er plädierte dafür, Familientraditionen zu pflegen und an die Kinder weiterzugeben. "Versuchen Sie, Weihnachten zu einem festen Ritual werden zu lassen, da es gut ist zu wissen, hier bin ich zu Hause." Ein Stück Tradition bei der CSU-Dorfweihnacht war der heilige Nikolaus. Nach "O du fröhliche" ging es ins benachbarte Gehöft zu selbst gemachtem Apfelpunsch im Lichterschein der Feuertonnen.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.