Hier irrt der "Pflegefall"

Seine Rolle spielte der Opa (Harald Weidmann, rechts) sehr überzeugend. Nur das Timing war schlecht, zum Missfallen seines Sohnes und dessen Frau (Manfred Gillich und Julia Hess, von links). Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
16.03.2015
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So viele Zuschauer hatte der Speiseraum bei einer kulturellen Veranstaltung des Luise-Elsäßer-Hauses schon lange nicht mehr gesehen. "Zugpferd" war das Theaterensemble der Falkengruppe.

Zum 15. Mal hieß Heimleiter Gerhard Wolf die Truppe willkommen. Nachdem das Gastspiel im Vorjahr ausgefallen war, waren die Erwartungen der Senioren besonders groß. Der Titel des Stücks war so treffend wie selten zuvor, hatten die Falken doch den lustigen Einakter "Ein recht vitaler Pflegefall im Luise-Elsäßer-Haus" mitgebracht.

Die Laienschauspieler um Regisseur Harald Weidmann brillierten bei dem bayerischen Schwank. Seit Annelies (Claudia Fischer) ihren Arbeitsplatz verloren hat, plagten sie und ihren Ehemann (Manfred Gillich) arge Geldsorgen. Das bringt sie auf die Idee, mit Opas (Harald Weidmann) Hilfe mittels dessen Pflegeversicherung das Haushaltsbudget etwas aufzubessern.

Zu dumm nur, dass der rüstige Senior sich gerade auf Freiersfüßen bewegt und auch schon die Partnervermittlerin (Steffi Aleksa) ins Haus bestellt hat. Um seinem Sohn behilflich zu sein, willigt er jedoch ein, vor der erwarteten Mitarbeiterin der Pflegeversicherung (Julia Hess) den Gebrechlichen zu spielen. Als es kurz darauf klingelt, zieht er fälschlicherweise alle Register, um den weiblichen Gast von seinen vielfältigen Leiden und seiner hohen Pflegebedürftigkeit zu überzeugen.

Die etwas später eintreffende Sachbearbeiterin der Pflegekasse kommt aus dem Staunen nicht heraus, als der Opa ihr vorführt, wie unglaublich vital er denn noch ist. Zu spät erkennt er, dass er die beiden Damen verwechselt hat.

Unter dem Applaus des Publikums versprachen die Darsteller, nächstes Jahr wieder zu kommen. Die Akteure hatten ihre Rollen so gut gespielt, dass ein überschwänglich begeisterter Heimleiter Wolf stellvertretend für die ganze Schauspieltruppe dem potenziellen "Pflegefall" Harald Weidmann auch gleich einen Antrag zur Aufnahme ins Luise-Elsässer-Haus mitgebracht hatte und ihnen einen Pflegeplatz auf Dauer anbot.
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