Idylle an der Wirbenzer Störung

Geoparkranger Mike Dietz (rechts) hatte für seine Gäste Informationen aufbereitet. Schautafeln erklärte erd- und kulturgeschichtliche Hintergründe. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
29.07.2015
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Gekommen waren die Gäste zu einer geologischen Führung an die Tauritzmühle. Bekommen haben sie am Ende viel mehr: Nicht nur erdgeschichtlich hat das Gebiet bei Haidenaab viel zu bieten.

Kulturell biete die Tauritzmühle eine Menge, eine Reise zum Hauptquartier des Fichtelgebirgsvereins lohnt sich auch für Geologen. Das belegte die Führung des Geoparks Bayern-Böhmen am Tauritzmühlengrund. Geoparkranger Mike Dietz erläuterte zwischen Tauritzmühlenquelle und Schutzhütte erdgeschichtliches.

Der Lehrer an einer Bayreuther Realschule berichtete zunächst, dass ein Feuer die alte Tauritzmühle 1970 zerstört hat, 1978 kaufte es der Fichtelgebirgsverein. Im September 1984 öffnete das Hauptgebäude, das sich inzwischen zu einem kulturellen Zentrum entwickelt hat.

An der Tauritzquelle erfuhren die Gäste, dass deren Quelltopf auf der Wirbenzer Störung liege, einer vertikalen Verschiebung von Erd- und Gesteinsschichten aus der Zeit der Kontinentalverschiebungen. Hier schoben sich wasserdurch- und -undurchlässige Schichten ineinander. In Verbindung mit der Tallage entstand so die Voraussetzung für die bekannte artesische Quelle.

Am Biberbeobachtungssteg erfuhren die Gäste auch etwas über den Nager. Der Geologe richtete die Aufmerksamkeit aber schnell auf die Quarzsteine dieser Gegend. Diese belegen, dass es dort schon einen größeren Fluss gab, der das Gestein anspülte. Typisch für die Gegend seien Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein aus dem Zeitalter der Trias. Am oberen Parkplatz nutzte der Geologe den Erdaushub, um die Erdschichten insbesondere dem Buntsandstein vorzustellen.

Der Weg zu einer Anhöhe in Richtung Göppmannsbühl bot einen Überblick über die geografische Lage: Die Mühle liegt zwischen Armesberg, Schlossberg, Poppenberg und Rauhen Kulm in einer besonderen Auenlandschaft.

Am Hügel erläuterte Dietz die Siedlungsgeschichte und die resultierenden Kulturstufen - vom Nomadendasein bis zur ersten Ansiedlung. Er zeigte das an Skizzen und Grafiken des erst vor wenigen Jahren gefundenen Gräberfeldes zwischen Wirbenz und Haidenaab. Selbst einheimischen Teilnehmern berichtete Dietz hierzu Neues. Einige Speerspitzen aus den Ausgrabungen sind im Rathaus Speichersdorf zu sehen. Zurück am Ausgangspunkt der zweistündigen Exkursion folgte eine Einkehr.
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