Mit Hessisch zu innerer Heilung

Lokales
Speichersdorf
14.11.2015
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Kennen Sie den hessischen Sonnengruß? Und wissen Sie, warum Buddha auch ein Hesse hätte sein können? Maddin Schneider, der Meister spiritueller Comedy, zeigte seinen Zuschauern: Lachen ist ein Weg zur inneren Heilung und Spaß wirkt auf alle Chakras.

Hessen und Indien seien früher ein Kontinent gewesen, erklärte der Comedian bei seinem neuen Solo-Programm in der Bürgerstiftung Lebensfreude. Passend dazu lehrte er praktische Übungen zur Öffnung des urhessischen Herz-Chakras mit dem Mantra: "Schoggelaaaaadehaaaaas ..."

So gebe es zu dem aus Indien stammenden Yoga auch ein typisch hessisches Pendant: "Babbel-Yoga". Das Babbeln werde in Hessen besonders viel gepflegt und sei "Wellness pur". So komme es vor, dass Männer bewusst Stuss redeten, um sich "einfach ma' das Hirn freizublase". Das nenne man "Dummbabbele". Für Sprachübungen eigne sich das Hessische als weiche Sprache. "Hessisch macht en schöne Mund", und: "Babbele is natürlisches Fratze-Lifting." Die "Babbel-Yoga-Übung" zum Mitmachen fürs Publikum waren ein Zungenbrecher. Dass Maddins Dialekt für die Oberpfälzer und Franken nicht viel leichter zu lernen ist als Kisuaheli, führte der Komiker vor allem bei zwei Zuschauern aus der ersten Reihe vor, als er sie unaussprechliche Wörter "nachbabbele" ließ.

Praktisches Heul-Sauf-Yoga

"Klingt noch e bissi nach Kirschechor", meinte Maddin. "Das muss sich so anhöre, als hädde mer se net mehr all' am Sträußche." Maddins roter Faden im Programm ist die "Omma". Sie backt furztrockenen Streußelkuchen und hat jede Menge weiser Sprüche im Repertoire. "Bevor ich mich aufreg', is mir egal", oder "Man kann sich drehe so viel man will - man hat de Arsch immer hinne".

Dann erklärte er den Besuchern den tieferen Sinn von Heul-Sauf-Yoga. Das habe sich entwickelt, nachdem sich seine Freundin von ihm getrennt habe. Nach drei Wochen habe er sie gefragt, wann die Trennung denn zu Ende sei. "Nie", habe seine Freundin geantwortet. Daraufhin habe er mit etlichen anderen frisch Getrennten Schnaps getrunken, sich ausgeweint und den Flennclub FC Liebeskummer gegründet.

Auch empfahl Maddin, den meisten als Zwerg "Speedy" aus dem Kinofilm "7 Zwerge - Männer allein im Wald" bekannt, den "hessische Sonnegruß". Der bestehe darin, die Hände zu heben und "Helau" zu rufen - jeden Tag, nicht nur im Karneval. "Um die Ennerschie nach obbe schieße zu lasse." Fußballfans heben ihre Arme automatisch, wenn sie "Tor" rufen. Sie machten allerdings den Fehler, dies nur bei der eigenen Mannschaft zu tun.

"Häppi bis unners Käppi"

Über Lach- und Babbel-Yoga kam er zum Stöhn-Yoga, das er dem Publikum gleich versuchte, beizubringen. Mit Hirschbrunfttönen der Herren und Nusshörnchen-Stöhnen der Damen. Dieses Unterfangen gelang nicht so wirklich - ähnlich wie der Rest des Abends. Auch wenn der Meister "loggär und leischt" durch den Abend führte und immer mal wieder daran erinnerte, dass er "häppi bis unners Käppi" sei, so wollte der Funke - mit Ausnahme der vorderen drei Reihen - nicht so recht überspringen. Da half es auch nichts, dass der Meister mit seinem überdimensionalen Mund ulkige, aber halt sattsam bekannte, Grimassen schnitt und "enerscheisig" durch die Gegend wirbelte.
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