Neuer Mast funkt endlich

Lokales
Speichersdorf
09.12.2014
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Der Deckel ist drauf: Der Speichersdorfer Mobilfunk läuft nun über den Mast an der B 22. Am Freitag montierten Fachkräfte die alte Antenne vom Kirchturm - und beendeten damit einen fünf Jahre dauernden Streit.

Heimlich hatte die Deutsche Funkturm GmbH auch den letzten Widerstand überwunden. Der Mast an der Bundesstraße 22 ist nun über Richtfunk mit dem Verteiler an der alten Post in Speichersdorf verbunden. Damit konnte die neue Anlage die Arbeit aufnehmen. Die Funkantenne auf der katholischen Kirche in Kirchenlaibach ist seit Freitag verschwunden. Der neue 60-Meter-Mast biete laut Betreiber eine völlig neue Versorgungsqualität. Vor allem sollen Mobilfunknutzer in der Gemeinde künftig auch die LTE-Übertragungstechnik nutzen können.

Zuletzt hatte die Verbindung des Masts mit der Vermittlung an der alten Post für Ärger gesorgt. Die Gemeinde hatte auf eine Verbindung via Kabel gedrängt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Nun funkt der Mast die Signale in die Speichersdorfer Ortsmitte. Dafür hat das Unternehmen dort einen sechs Meter hohen Mast aufgebaut. Für diesen benötigte das Unternehmen keine Genehmigung, die Gemeinde hatte deshalb keine Handhabe.

Auch wenn Bürgermeister Manfred Porsch ein Erdkabel lieber gewesen wäre, gibt er sich nun zufrieden: "Ich bin froh, dass das leidige Thema zum Abschluss gekommen ist." Der Protest der Gemeinde sei gerechtfertigt gewesen, "vor allem wenn man nun das Ergebnis sieht."

Tatsächlich hatte die Deutsche Funkturm GmbH für Aufregung gesorgt, als sie einen neuen Funkmast an der Hauptstraße beantragte. Das Bistum Regensburg hatte beschlossen, ihre Gebäude künftig nicht mehr als Standort für Antennen zu vermieten. Die Pfarrei konnte den Vertrag für den Standort am Kirchturm nicht verlängern, deshalb musste die Telekom-Tochter eine Alternative suchen. Das Gelände der alten Post gehört der Telekom, deshalb plante das Unternehmen zunächst dort für den Mast.

Die Gemeinde antwortete mit einer baurechtlichen Veränderungssperre. Gegen die ging das Unternehmen vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth vor und unterlag. Noch vor der Berufungsverhandlung in München einigten sich Gemeinde und Unternehmen außergerichtlich. Dennoch dauerte es noch längere Zeit bis alle Details geklärt waren.

Die Pfarrei musste den Vertrag mehrfach verlängern, damit sich die Gemeinde nicht in ein großes Funkloch verwandelte. Als die Deutsche Funkturm GmbH vor rund 15 Jahren die Antenne auf der Kirche anbrachte, war dies deutlich unkomplizierter. Von deren Existenz erfuhren viele Bürger erst, als die Deutsche Funkturm GmbH nach einer Alternative zu suchen begann. Weitere Funkantennen gibt es im Speichersdorfer Industriegebiet und in Weizenreuth. Die Polizei hat einen Funkmast am Herrenwald errichtet.
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