Pfarrer auf Augenhöhe

Pfarrer Hans-Joachim Gonser ist es wichtig, dass auch die Gläubigen ihre Ideen für die Sanierungsarbeiten mit einbringen können. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
02.10.2015
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Eine "reiche Ernte" in Form eines fruchtbaren Gedankenaustauschs verspricht sich Pfarrer Hans-Joachim Gonser, wenn die evangelische Kirchengemeinde am Sonntag, 4. Oktober, zum Gemeindefest einlädt. In der Gemeindeversammlung (14 Uhr) werden die ersten Überlegungen zur Kirchenrenovierung vorgestellt.

In seiner August-Sitzung hatte sich der Kirchenvorstand mit dem Schadensbild im Kirchenraum und Glockenturm auseinandergesetzt. Dass Handlungsbedarf besteht, darüber sind sich die Verantwortlichen einig. Zu den großen Anliegen Gonsers gehört dabei auch, die Sanierung gleichzeitig zu nutzen, um das theologische Konzept des Kircheninneren zeitgemäß weiterzuentwickeln.

Zwischenzeitlich liegen die Bestandsaufnahme des Sanierungsbedarfs sowie die ersten Überlegungen zur Neugestaltung des Altar- und Versammlungsraumes vor. Die entsprechende Entwurfsplanung des Bayreuther Architekturbüros RSP wird am Sonntag der Gemeinde vorgestellt und soll von den Gemeindemitgliedern diskutiert werden. "Für viele unserer Gläubigen ist die Christuskirche mit seinem Kirchenraum das zweite Zuhause", betonte Gonser. Nicht zuletzt gehe es aber auch um viel Geld. "Wir wollen die Probleme schildern, Lösungsansätze vorstellen und diskutieren sowie Ideen der Gläubigen einfließen lassen."

Nach über 50 Jahren sei die Christuskirche in wesentlichen Teilen in die Jahre gekommen und zeige erhebliche Schäden, betonte Gonser. So seien Risse und Feuchtigkeitsspuren am Glockenturm unverkennbar. Bedenklich seien Risse und Abplatzungen an der Stahlbetonboden-Konstruktion der Glockenstube sowie Risse auf der Nordseite der Gesamtkonstruktion. "Wenigstens müssen wir nicht wegreißen und neu bauen", erklärte Gonser erleichtert. Anfängliche Befürchtungen, tragende Teile und Binder seien schadstoffbelastet, hätten sich nicht erhärtet.

Ein Schwerpunkt der Sanierungsüberlegungen im Kircheninneren liege auf der Beseitigung der Schadstoffbelastung sowie des Verschleißes am Holzfußboden. Abgesenkt haben sich auch die Bodenplatten im Altarraum. Im Zuge der Sanierung soll zwischen Altarraum und Gemeinde eine in sich theologisch stimmige Einheit entstehen, die noch mehr das Miteinander ermöglicht. "Pfarrer und Gemeinde sollen auf Augenhöhe kommunizieren können." So soll aus dem Altarraum überflüssiger Ballast herausgenommen und damit die räumliche Enge beseitigt werden. Der Gestaltungsentwurf sieht deshalb eine Reihe drastischer Maßnahmen vor, darunter den Rückbau der ersten beiden Sitzbankreihen zur Vergrößerung des Chorbereiches und den Rückbau der Kanzel, des Altars und der Stufe zum Altar durch Absenken des Fußbodenniveaus um eine Stufe.

Vergrößert werden soll der Chorraum auch durch das Verschieben der Stufe in Richtung Kirchenschiff. Angedacht ist auch die Anschaffung eines neuen Altars und Lesepults, gedacht auch als Ersatz für die Kanzel.

Im Zuge der Sanierung des Versammlungsraumes soll der vorhandene Holzsockel unter den Kirchenbänken rückgebaut und die Sitzbänke auf das umliegende Fußbodenniveau abgesenkt werden. Dies ermöglicht Barrierefreiheit. Zudem wird überlegt, die Kirchenbänke durch neue Sitzgelegenheiten, die flexibel montiert sind und bei Bedarf entfernt werden können, zu ersetzen.

Zudem soll über den Einbau einer Elektroheizung unter den Bänken diskutiert werden. "Obwohl wir die Kirche bislang erheblich aufgeheizt haben, kommt das Wärmegefühl bei den Gotteshausbesuchern nicht an", betonte Gonser. Auch steht eine neue Beleuchtung zur Disposition.
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