Rat brät keine Extrawürste

Lokales
Speichersdorf
13.11.2014
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Unaufgeregt handelte Speichersdorfs Gemeinderat das Aufreger-Thema Windkraft ab. Schnell war klar, dass es bei zwei geplanten Anlagen nur für eine Zustimmung gibt.

Ein Plan für Windkraftanlagen in der Gemeinde beschäftigten den Gemeinderat. Das Gremium beriet über die immissionsschutzrechtliche Stellungnahme zum Antrag der Primus Energie GmbH & Co KG. Die Regensburg Firma möchte acht Windkraftanlagen nahe Kodlitz bauen, zwei auf Speichersdorfer und sechs auf Creußener Gebiet.

Der Plan des Unternehmens sieht vor, dass nur eine der beiden Speichersdorfer Anlagen im vorgesehenen Vorranggebiet geplant ist. Laut Bürgermeister Manfred Porsch sollen die Anlagen auf rund 530 Meter über dem Meer entstehen. Die Gesamtnabenhöhe betrage 140 Meter. Der Rat hatte Diplomingenieur Peter Market als Berater geladen. Er riet von einer Zustimmung für die Anlage außerhalb des Vorranggebietes ab. Auch der Gemeinderat stellte in der Diskussion klar, dass es keine Ausnahmen von den Regelungen des sachlichen Teilflächennutzungsplanes geben könne. Die Vorrangfläche sie dem Antragsteller bekannt gewesen.

Vorab hatte Bürgermeister Porsch hingewiesen, dass sich nun die Planungsarbeit des Gremiums auszahle. "Wir haben uns rechtzeitig mit der Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten befasst. Mit dem Teilflächennutzungsplan haben wir ein Planungswerkzeug, um Wildwuchs und Verspargelung zu verhindern." In Abstimmung mit der Regionalplanung für Oberfranken habe sich der Gemeinderat auf zwei windkraftgeeignete Flächen bei Ramlesreuth und westlich von Kodlitz festgelegt.

Markert hatte ausgeführt, dass für den im April 2014 gestellten Antrag die sogenannte 10-H-Regelung (siehe Kasten) keine Anwendung finden kann. Die beiden Anlagen sind zwischen 800 und 1000 Meter von der nächsten Orten entfernt und halten die alte Abstandsregel ein. Market verwies darauf, dass die Gewerbesteuer auf die Anlagen zu 70 Prozent in der Gemeinde bleibe, 30 Prozent entfalle auf die Gemeinde, in der der Betreiber sitzt. Den Ratsmitgliedern wäre es Recht, wenn auch die Betreiber in der Gemeinde sitzen würden: Sie hoffen auf mögliche Bürgerbeteiligung bei Finanzierung und Betrieb der Anlagen.
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