Siegfried Schäller Ehrenbürger

Siegfried Schäller vor seinem Lebenswerk Tauritzmühle. Bild: ak
Lokales
Speichersdorf
30.12.2014
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Die Gemeinde Speichersdorf macht Siegfried Schäller zum Ehrenbürger. Ein Blick auf seine Lebensleistung lässt die Frage aufkommen: Wieso erst jetzt?

Die Gemeinde hat einen neuen Ehrenbürger. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Ernennung von Siegfried Schäller und verwies zur Begründung auf seine "herausragenden Verdiensten um Kommune, Bürger und Vereine".

"Siegfried Schäller hat sich um das Wohl unserer Gemeinde und seiner Einwohner große Verdienste erworben. Wir werden ihm diese Ehrung bei einer Sondersitzung des Gemeinderates überreichen", berichtete Bürgermeister Manfred Porsch. Auf Vorschlag von Hermann Eisenhut soll die Sitzung im Frühjahr auf der Tauritzmühle über die Bühne gehen. "Er war sprachlos", beschrieb Porsch Schällers Reaktion auf die Nachricht.

Der neue Ehrenbürger kam am 20. Mai 1937 in Rehau zur Welt. Nach dem Keramikingenieur-Studium fand er 1959 Arbeit bei Rosenthal in Speichersdorf. Dort arbeitete er bis 2005, zunächst als Produktions- und stellvertretender Werksleiter. Von 1995 bis zum Ruhestand 2001 war er Werksleiter. Weil er seinerzeit die Schichtarbeit einführte, gilt er als Retter des Standorts. 1995 machte ihn das Unternehmen zum "Rosenthaler dieses Jahres".

Auch im gesellschaftlichen Bereich war Schäller prägend für die Region, als Gründungsmitglied der Speichersdorfer Fichtelgebirgsvereins (FGV). Von 1973 bis 2013 war er Vorsitzender. In der Zeit stieg die Mitgliederzahl von 90 auf über 1000. Auf seine Initiative gründete sich unterstützt von Wolfgang Bergmann und Chorleiter Richard Waldmann 1984 die FGV-Musikschule. Schällers großes Lebenswerk ist das FGV-Heim "Tauritzmühle". Von 1978 bis 1990 entstand das Gasthaus samt Nebengebäuden in der neuen Biosphärenregion am Tauritzbach. Dort bietet sich dem Besucher ursprüngliche Natur und gemütliche Gastlichkeit. Kein Wunder, dass sich die Tauritzmühle zum Zentrum für Kulturveranstaltungen und Brauchtumspflege entwickelt hat.

Daneben fand Schäller Zeit für die Kommunalpolitik: von 1972 bis 1996 als Mitglied im Kreistag und von 1966 bis 1996 im Gemeinderat. Er setzte sich für die Integration von Spätaussiedlern und Gastarbeitern ein. Für seine politischen und sozialen Verdienste erhielt er 1984 die Ehrenmedaille des Bezirks und 1985 die Goldene Bürgermedaille der Kommune. 2011 war er Kulturpreisträger des Landkreises.
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