Tempo 30 ohne Zone

Das Tempo-30-Schild in der Ganghoferstraße bleibt rund. Ein eckiges Schild für eine Zone 30 lehnte der Bauausschuss einstimmig ab. Bild: 30
Lokales
Speichersdorf
11.12.2014
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Die Ganghoferstraße in Speichersdorf wird nicht zur Zone 30. Der Bauausschuss lehnte den Antrag der Anwohner in der letzten Sitzung des Jahres ab. Die Räte verwiesen auf driftige Gründe.

Die Höchstgeschwindigkeit in der Ganghoferstraße liegt bereits bei 30 Kilometern pro Stunde, aber die Anwohner wollen mehr. In einer Unterschriftenliste forderten mehrere Anlieger eine Tempo-30-Zone samt Rechts-vor-links-Regelung. Die Alt-Speichersdorfer beteiligten sich nicht an der Aktion.

In dem Schreiben fordern die Unterzeichner außerdem Verkehrsinseln und verstärkte Geschwindigkeitskontrollen. Zur Begründung verweisen die sie auf den zunehmenden Durchgangsverkehr, dessen hohes Tempo und den Verkehrslärm. Wohn- und Lebensqualität seien beeinträchtigt, Fußgänger, Radfahrer und Kinder gefährdet.

"Das Thema ist nicht neu. Die Geschwindigkeit ist nicht umsonst auf 30 Stundenkilometer reduziert", erklärte Bürgermeister Manfred Porsch. Er erläuterte, dass die Ortsstraße zur Gemeindeverbindungsstraße nach Plössen wird. Die Verbindung sei eine "historische innergemeindliche Wegeverbindung".

Nach einer Verkehrsschau haben Landratsamt und Polizei ein Ergebnis aus dem Jahr 2003 bestätigt: "Eine Zone 30 kommt nicht in Frage, da der Durchgangsverkehr auf der Ganghoferstraße von großer Bedeutung und mit einer Anliegerstraße nicht zu vergleichen ist." Auch die Änderung der Vorfahrtsregelung lehnen die Behörden ab. In der Stellungnahme weisen sie darauf hin, dass eine Zone 30 zu mehr Brems- und Beschleunigungsvorgängen und damit auch zu mehr Lärm führen würde. Eine Vorfahrtsänderung vor der Bahnbrücke bringe ebenfalls nichts.

Im November überwachte eine Geschwindigkeitsmessanlage den Verkehr eine Woche lang. Das Gerät zeichnete 1500 auswärts und 2166 einwärts fahrende Fahrzeuge auf. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei 33 Stundenkilometern, die höchste Geschwindigkeit bei 64 "Sachen". "Damit ist der Vorwurf verstärkter Raserei entkräftet", folgerte Porsch. Auch die Polizei sieht das so.

Dennoch hat die Gemeinde den Personalrat der Rosenthal AG gebeten, für die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgabe zu werben. Zudem wird die Gemeinde die Messanlage ab Frühjahr verstärkt in der Ganghoferstraße aufstellen.
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