"Überall Spuren hinterlassen"

Rote Rosen und weiße Lilien schmückten den Sarg Günther Mollers. Bevor der geschätzte Speichersdorfer zur letzten Ruhe gebettet wurde, sprach Pfarrer Sven Grillmeier die letzten Segensgebete. Bild: do
Lokales
Speichersdorf
27.08.2015
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Familie, Freunde und eine große Trauergemeinde nahmen am Dienstagnachmittag in der Kirchenlaibacher Dreifaltigkeitskirche und auf dem Friedhof Abschied von einem Menschen, der in der Gemeinde ein Stück Geschichte schrieb. Am vergangenen Mittwoch war der 74-jährige Günther Moller nach einem langen Lungenleiden gestorben.

Die Sonne blinzelt durch die bunten Kirchenfenster der Dreifaltigkeitskirche in Kirchenlaibach. Sie spendet Licht und lässt die weiße Osterkerze und die farbenfrohen Blumengestecke im Altarraum besonders leuchten. So als wolle die Natur noch einmal einen letzten irdischen Gruß an einen der Ihren senden. Bis zuletzt war Günther Moller ein leidenschaftlicher Vertreter eines praktizierten Natur- und Umweltschutzes.

Pfarrer Sven Grillmeier sprach von einem Menschen, der wie kein Zweiter Samenkörner gelegt habe, dessen Früchte man erst in einigen Jahren ernten und genießen könne. Fahnenabordnungen der Krieger- und Soldatenkameradschaften aus Kirchenlaibach und Windischenlaibach, des Männergesangvereins Wirbenz und der Pfadfinderschaft Sankt Georg übermittelten einen letzten Gruß und die vielen Hundert Gläubigen verinnerlichten die Worte des Ortsgeistlichen nach Dietrich Bonhoeffer: "Lasst warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsere Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen."

Der Tod von Günther Moller hat sie alle zusammengeführt, die einem hilfsbereiten Menschen, einem Macher und Umweltaktivisten, einem Diener der Gemeinde, einem treuen CSU-Mann, einem Idealisten nicht nur auf beruflicher Ebene, einem Sänger, Jäger, Fischer und Bienenzüchter, dem Gründer des Kindergarten-Fördervereins, einem Pfadfinder oder einem Denkmalpfleger die letzte Ehre erweisen wollten. Günther Moller hatte ein großes Herz. Mit dieser Feststellung fasste Pfarrer Sven Grillmeier auch im Namen seines evangelischen Mitbruders Dirk Grafe seine Traueransprache zusammen.

Der Prediger blickte zurück auf den Lebensweg des Verstorbenen, der von Mollers Naturell geprägt gewesen sei: aufrichtig und geradlinig. Dazu sei er als gläubiger Katholik durch das Leben gegangen. Der Pfarrer erinnerte an die vielfältigen Leistungen Mollers als Betriebsleiter bei der Firma Richter, als Gemeinderat, als leidenschaftlicher Umweltschützer, Unterstützer der Vereinswelt und Freund der Kirche.

Samenkörner hinterlassen

"All die vielen Kreuze am Wegesrand, die grünen Inseln in der Gemeinde, die wertvollen Spenden in Stein, die Belebung der Wallfahrt auf den Armesberg oder die Wallfahrten nach Altötting, Günther Moller hat viele Samenkörner hinterlassen", würdigte Grillmeier den Gemeinsinn des Verstorbenen. Die Lücke sei deshalb groß für Familie und Gemeinde. Der Prediger wünschte schließlich dem langjährigen Pfadfinder ein "Gut Pfad" in der Ewigkeit. In den Trauergottesdienst eingebunden waren auch die Fürbitten von Pfarrer Grafe.

"Für das weltweit erfolgreiche Bestehen der Firma Friedrich Richter hat Günther Moller ein halbes Jahrhundert lang einen erheblichen Beitrag geleistet". So beschrieb Jochen Kümmerl im Namen der Geschäftsführung der Firma Richter Moller bei den anschließenden Traueransprachen in der Dreifaltigkeitskirche. Die Rede war danach von einem edlen Waidmann, ausgestattet mit der Ehrenmedaille des Landesjagdverbandes und von einem begeisterten Imker.

Der Vertreter des Imkervereins Kemnath würdigte den Aufbau eines Bienenlehrpfades aus eigenen Mitteln und urteilte: "Sein Wissen war für uns ein Schatz." Markus Käppel kondolierte im Namen der Krieger- und Soldaten-Kameradschaften Kirchen- und Windischenlaibach. Für die CSU sprach Zweite Bürgermeisterin Simone Walter. "Günther Moller hat überall seine Spuren hinterlassen", bemerkte die CSU-Frau. In seiner ganz besonderen Art habe er angeschoben und mit nie aufgebender Hartnäckigkeit Erfolgsgeschichten geschrieben.

Danach würdigte Bürgermeister Manfred Porsch die Verdienste von Günther Moller für die Gemeinde. Der Rathauschef verwies auf das 24-jährige Wirken als Gemeinderat, als Beauftragter für den Natur- und Denkmalschutz, lobte die Standhaftigkeit und Verlässlichkeit und anerkannte das einzigartige grüne Gewissen eines verdienten Mitbürgers. Gemündet habe die Begeisterung Mollers für Mensch und Natur in viele Auszeichnungen. Manfred Porsch erinnerte unter anderem an die Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille, die Bürgermedaille in Silber und an den Umwelt- und Naturschutzpreis des Landkreises Bayreuth.

Neben den Reden gab es musikalische Grüße, unter anderem ein bewegendes "Halleluja" vom Kirchenchor mit Solistin Julia Bäß. Für den Wallfahrer und Pilger Günther Moller sang der Chor das Altötting-Lied "Madonna, schwarze Madonna" und dem Waidmann Moller galt das Signal des Bläserchores des Jägervereins Bayreuth "Auf Wiedersehen".

Abschied mit Böllerschüssen

Nach dem Trauergottesdienst bewegte sich ein langer Trauermarsch, angeführt von der Blaskapelle Stopfer, zum Friedhof. Am Grab gab es weitere Würdigungen bei den Kranzniederlegungen. Es kondolierten der Männergesangverein Wirbenz, der Fichtelgebirgsverein und der Hegering Speichersdorf.

In der geweihten Erde seines Friedhofs wurde Günther Moller schließlich, begleitet von drei Böllerschüssen, dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden", intoniert von der Blaskapelle und einem letzten "Halali" des Bläserchores, zur letzten Ruhe gebettet.
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