VdK bittet zur Podiumsdiskussion zum Thema Barrierefreiheit in der Gastronomie
Hilfe bei der Selbstständigkeit

VdK-Ehrenvorsitzende Irmgard Küchler (von links), Annette Koeppke (Schriftführerin), Resi Prisching (Kassiererin), Margit Kaiser (stellvertretende Vorsitzende), Maria Reiß (Leiterin der Diakonie-Station), Josef Bayer, Ilse Strößenreuther und Irene Bauer (Diakonieschwester) lauschten aufmerksam den Ausführungen. Bild: hia
Lokales
Speichersdorf
28.10.2014
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Die große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit in Sachen Beteiligung für Behinderte machte eine Podiumsdiskussion des VdK-Kreisverbandes in der Sportarena zum Thema. Im Mittelpunkt stand das Thema Mobilität. Behinderte sollen dabei gleichgestellt werden wie in Kindergarten, Schule, Beruf und Leben, so Kreisvorsitzender Christoph Rabenstein. Soziologin Birgitta Schüler hatte zuvor erklärt, dass sich formal in den letzten Jahren viel in Sachen Teilhabe getan hat. Doch die Umsetzung bleibe weit hinter den Erwartungen. Viele Behinderte seien unsicher und gehen nicht auf Reise.

Seitens der Anbieter würden finanzielle Barrieren, bürokratische Hürden und mangelndes Selbstvertrauen der Kunden kritisiert. Bis weitere Verbesserungen greifen, empfahl sie, individuell die Ansprüche je nach Art der Behinderung zu beachten und ihnen zu versuchen gerecht zu werden. In der folgenden Diskussion ging es um ein Behindertenkonzept für den Landkreis. Verbände, Gastronomen, Gastgeber und Politik sollen gemeinsam Barrieren abbauen und passende Angebote schaffen. Dabei waren auf dem Podium Michaela Ziegler, Markus Vogel, Ferdinand Reb (Tourismuszentrale Fichtelgebirge), Engin Gülyaprak (Hotel- und Gaststättenverband) und Tourismusberaterin Birgitta Schüler. Wie barrierefreie Angebote im Detail auszusehen haben, darüber gingen die Meinungen teilweise auseinander.

Rollstuhlfahrer Markus Vogel und die Mutter einer behinderten Tochter, Michaela Ziegler, betonten, dass es sowohl im Gastgewerbe als auch bei öffentlichen Einrichtungen in der Region viel Handlungsbedarf gebe. Gastronom Gülyaprak wies auf die hohen Umbaukosten hin, die sich viele Wirte nicht leisten können. "Manchmal würde eine einfache Holzrampe reichen" hieß es aus dem Publikum.

Reb will die Leistungen der Region für Behinderte besser hervorheben. Die 900 Gastgeber sollen zu ihren Angeboten befragt werden. Bei Modernisierungen soll Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Die Verkehrsbetriebe müssten ihre Konzepte überarbeiten. Wo Barrieren nicht auf die Schnelle beseitigt werden können, müsse das Personal geschult werden, so Gülyaprak. "Wir wollen selbstständig sein. Ich natürlich auch", so Vogel. "Aber es ist gut, wenn man Hilfe annehmen kann."
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