"Völlig unbedenklich"

Lokales
Speichersdorf
30.09.2014
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Gar kein Verständnis gibt es bei der Telekom für Speichersdorfer Bedenken gegen eine Richtfunkanbindung des Mobilfunkmastes zum Verteiler. Für den Konzern gibt es nur eine Gefahr: Dass der ganze Ort zum Funkloch wird.

(wüw) Von einem "kuriosen" Fall spricht Konzernsprecher Markus Jodl: "Ich habe schon erlebt, dass sich eine Gemeinde gegen einen Mobilfunkstandort gewehrt hat. Von Bedenken gegen eine Anbindung eines solchen Mastes über Richtfunk habe ich noch nie gehört." Erklären könne er sich dies nur, durch Unwissenheit über die technischen Details des Richtfunks.

Die Übertragungstechnik bündle elektromagnetische Felder so stark, dass sich die Wellen nur in einem sehr engen Bereich ausbreiten. Weil für den Richtfunk eine Sichtverbindung nötig ist, gehe das Signal deutlich über die Bebauung hinweg. "Durch die starke Bündelung des Richtfunksignals und die geringe Sendeleistung ist die Bevölkerung nicht betroffen." Auf dem Boden seien keine Strahlen vorhanden und auch nicht messbar.

Gegen die Glasfaserleitung sprechen die Kosten von rund 70 000 Euro pro Kilometer. Eine Richtfunkanbindung koste einen Bruchteil. "Als privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen müssen wir darauf achten, dass wir unsere Anlagen auch wirtschaftlich betreiben. Deshalb gibt es für Speichersdorf derzeit nur diese Lösung."

Jodl stellt in Aussicht, dass die Glasfaseranbindung nachgeholt wird, wenn sich eine passende Möglichkeit ergibt. "Aber wir brauchen jetzt eine Lösung für Speichersdorf", schließlich sei der bisherige Standort längst gekündigt. Sollte der Ersatz nicht rechtzeitig angebunden werden, bestehe die Gefahr, dass Speichersdorf ohne Mobilfunk dasteht.

Der Streit um die Mobilfunkanbindung in Speichersdorf dauert schon mehrere Jahre. Seit die katholische Kirche den Vertrag für den Sender auf dem Kirchturm gekündigt hat, ist die Telekomtochter Deutsche Funkturm GmbH auf der Suche nach einem Ersatzstandort. Den hat sie zwar am Ortsrand an der Bundesstraße gefunden.

Dort steht seit dem Sommer bereits ein 40 Meter hoher Funkmast. Nun geht es um dessen Anbindung an den Verteiler an der Bahnhofstraße. Bürgermeister Manfred Porsch besteht auf einer Glasfaserleitung, die Funkturm GmbH hat die Richtfunkverbindung angemeldet. Dazu will das Unternehmen am alten Postgebäude einen sieben Meter hohen Mast errichten.
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