Zu schnell in Windischenlaibach
Behörden bremsen nicht

Politik
Speichersdorf
20.01.2016
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In Windischenlaibach wird zu schnell gefahren. Mit einer Unterschriftenliste verleihen die Bewohner ihrem Antrag auf verkehrsmindernde Maßnahmen am Ortseingang der Staatsstraße 2184 Nachdruck. Staatliches Bauamt, Landratsamt und Gemeinde sind zu Gesprächen bereit.

Speichersdorf. An sie hatten sich 76 Bürger gewandt. Sie sehen durch die häufig hohen Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer die Sicherheit der Windischenlaibacher gefährdet, vor allem die der Kinder. Allein 15 Mädchen und Buben unter zwölf Jahren lebten in der Buchenstraße und im Kiefernweg. Vielen diene die Ortsdurchfahrt als Schulweg, argumentiert die Interessengemeinschaft.

Zudem werden die hohen Durchfahrtgeschwindigkeiten zu einem wachsenden Problem für gehbehinderte Einwohner. Laut den Antragstellern hat die von der Gemeinde über eine Woche lang aufgestellte Messanlage nur sporadische Wirkung gezeigt. In dem Gerät sehen sie keine Dauerlösung.

Verkehrsinsel eine Variante


Vielmehr schlagen sie den Bau einer Verkehrsinsel mit Querungshilfe am östlichen Ortseingang sowie Straßenmarkierungen zur Fortführung des am Ortseingang endenden Radweges vor. Weitere Maßnahmen wären eine Temporeduzierung auf der Ortsverbindung von und nach Kirchenlaibach von 100 auf 70 Kilometer pro Stunde. Auch die Erweiterung der Ortsdurchfahrtsgrenze mit Versetzen des Ortsschildes wäre nach Meinung der Anlieger eine Alternative.

Bürgermeister Manfred Porsch informierte den Gemeinderat am Montag über die bereits mit dem Bauamt als Straßenbaulastträger und dem Landratsamt als zuständige Straßenverkehrsbehörde erfolgte mündliche Abstimmung über die künftige Vorgehensweise. Bei einem Ortstermin am Dienstag, 26. Januar, um 15 Uhr sollen mögliche Maßnahmen mit den Behördenvertretern und einer Abordnung der Antragsteller erörtert werden.

Das Gemeindeoberhaupt erläuterte, dass eine Verkehrsinsel mit Querungshilfe nur dann möglich sei, wenn dort tatsächlich Radfahrer oder Fußgänger die Straße überquerten. Nach Meinung des Gremiums ist dies dort wegen des endenden Radweges der Fall. Eine Beschilderung wäre die am einfachsten umzusetzende Möglichkeit zur Temporeduzierung. Bei baulichen Maßnahmen seien zudem Grunderwerb sowie eine entsprechende Straßenbeleuchtung erforderlich.

Tragbare Lösung suchen


Alle Behördenvertreter hätten sich für eine sinnvolle Lösung offen gezeigt, berichtete Porsch. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Antrag zu unterstützen und eine tragbare Lösung finden zu wollen.

Wasser vom ZweckverbandDie Bürger von Brüderes beantragten, die Ortschaft an die Wasserversorgung Speichersdorf anzuschließen und den Beschluss des Gemeinderates vom 20. Dezember 2015 zu revidieren. Vor vier Wochen hatte sich der Gemeinderat für die beim Kanalbau geplante Mitverlegung einer neuen Wasserhauptleitung durch den Wasserversorger Zweckverband Seybothenreuther Gruppe ausgesprochen.

Die Bürger begründen ihren Antrag mit der aktuell schlechten Trinkwasserversorgung durch wiederholte Wasserrohrbrüche, hohem Kalkgehalt des Frischwassers und wechselndem Wasserdruck. "Fakt ist, dass für Brüderes der Wasserzweckverband Seybothenreuther Gruppe Baulastträger der Trinkwasserversorgung ist. Er hat sich bereit erklärt, die Hauptleitung im Ort neu zu verlegen. Dazu gehören auch die Hausanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze", erläuterte Bürgermeister Manfred Porsch.

Der Zweckverband habe bereits zugesichert, keine Herstellungs- oder Zusatzbeiträge zu erheben. Bei einer Bürgerversammlung werde Näheres mit den Brüderesern besprochen. Der Baubeginn für Wasser- und Kanalleitungen sei zum Frühjahr vorgesehen. Porsch bestätigte, dass das Trinkwasser zwar kalkhaltig sei, aber den Vorschriften entspreche. Der neue, abgesenkte Parameterwert für Cadmium werde mit 1/10 000 Milligramm/Liter minimal überschritten. Bis 2018 müsse der Zweckverband Maßnahmen zum Einhalten des Grenzwertes treffen.

In der Diskussion stellten die Räte klar, dass die Trinkwasserversorgung des Ortes gewährleistet ist und Investitionen für eine Versorgung durch die Anlage Speichersdorf nicht vorgesehen sind. Zudem müssten dann Beiträge von neu anschließenden Bürgern gefordert werden. (ak)
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