Dieter Kottwitz schwärmt in Vortrag von Besonderheiten der Region
Fichtelgebirge „der Wahnsinn“

Der Hauptwanderwart des Fichtelgebirgsvereins, Dieter Kottwitz (stehend), wusste viel Bemerkenswertes über das Fichtelgebirge zu erzählen. Wie gut seine Zuhörer mit der Heimat vertraut sind, testete er mit mehreren Quizfragen. Bild: hai
Vermischtes
Speichersdorf
10.11.2016
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Speichersdorf. Das Fichtelgebirge in 60 Minuten einem interessierten Publikum auch nur halbwegs nahezubringen, ist ein fast aussichtsloses Unterfangen. Die Frauen-Union und die Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins (FGV) wagten mit Hauptwanderwart Dieter Kottwitz dennoch einen Versuch.

Das Team um Simone Walter sollte Recht behalten und für ihre Mühe belohnt werden. Denn so viele Zuhörer hatte die proppenvolle Gaststube der Tauritzmühle schon lange nicht mehr gesehen. Der Redner wünschte sich, dass die Menschen eines Tages ebenso viel Positives mit dem Fichtelgebirge verbinden wie zum Beispiel mit Garmisch-Partenkirchen. Das beginne damit, dass die Begeisterung der Bevölkerung in unserer Heimat auf die Gäste überspringt. Sei es mit Attributen wie landschaftlich reizvoll, sportlich, wald- und kulturreich, heimatverbunden. "Es ist nämlich der Wahnsinn, was da in unserem Fichtelgebirge steckt." Der Speichersdorfer zählt selbst zu den knapp 90 Botschaftern der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge.

Unterlegt mit eindrucksvollen Bildern von Meisterwerken der Natur, Kartenmaterial, Zahlen und historischen Fakten nahm er sein Publikum mit auf einen Streifzug von den geologischen Grundlagen über historische, wirtschaftliche und kulturelle Besonderheiten bis hin zum reichhaltigen Freitzeit-, Kultur- und kulinarischen Angebot. Seinen Vortrag bereicherte Kottwitz mit Rätseln, für deren richtige Beantwortung es einen Piccolo gab. Wer weiß schon, dass Goethe hier am 30. Juni 1785 weilte und 1820 eine Zeichnung der Blockmeere anfertigte. Oder dass Max Reichenberger 1895 das erste Windrad in Fleckl errichtet hatte.

Da im Fichtelgebirge Eisenerz, Gold, Zinn, Granit, Uran, Speckstein, Silber, Blei, Steinkohle, Kaolin, Eisenstein, Basalt, Farberde, Schwefelkies, Diabas, Marmor und Gold abgebaut wurden, hatte es den Namen Ruhrgebiet des Mittelalters. Der Referent streifte das Zinn- und Uranbergwerk Werra mit seinem Themenwanderweg, das begehbare "Stollenmundloch" Gsteinigt, den Steinbruchweg vor Kirchenlamitz, aber auch das karge Leben der Bergleute und Bauern. Der thüringische Carl Magnus Hutschenreuth baute in Hohenberg die erste Porzellanfabrik.

Von den Eisenbahnlinien Bayreuth-Münchberg (1848), Oberkotzau-Marktredwitz (1864) und Kirchenlaibach-Marktredwitz (1878) führen sieben Sticheisenbahnen ins Fichtelgebirge. Die Flüsse Saale, Main, Eger und Naab haben hier ihre Quellen. Ihre liebe Not hatten die Zuhörer, die zwölf Berge des Fichtelgebirges aufzuzählen und anzuordnen. Auch die Tierwelt vom Wolf über Luchs bis zu Schlangen wurde thematisiert.

Das Wanderverhalten habe sich verändert, meinte der Redner. Der Trend gehe zur Nachmittagswanderung bis zu sechs Kilometer. Kottwitz kritisierte dabei, dass im Gegensatz zu Seybothenreuth und Kirchenpingarten die Gemeinde Speichersdorf auf vielen Karten nicht enthalten sei.

Alle Informationen und Impressionen gab es am Ende in Form von zwei Infomappen der Fichtelgebirgsbotschafter. Sie können auch von Kottwitz, Telefon 09275/914376 oder 0160/97216680, bezogen werden.
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