Trassengegner informieren sich über Stromspeicherung
Genug Alternativen

Zentrumsleiter Dr. Philipp Luchscheider (rechts) erklärte den Besuchern unter anderem, wie mit Wasserstoff Energie gespeichert werden kann. Bild: hai
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Speichersdorf
27.10.2016
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Speichersdorf. Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Speichersdorf sagt Nein" und die Vertreter des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse sind überzeugt: Stromtrassen sind überflüssig. Mit den "Smart Grids" steht bereits eine qualifizierte Alternative zur Verfügung.

Die BI hatte zum Besichtigungstermin im Bayerischen Speichertestzentrum Arzberg eingeladen, um sich über Energietechnologien der Zukunft aus erster Hand zu informieren. Dr. Philipp Luchscheider erläuterte die Forschungsvorhaben des ZAE Bayern (Zentrum für Angewandte Energieforschung) an den Wissenschaftsstandorten Erlangen, Würzburg und Garching mit den Außenstellen Hof und Arzberg-Schlottenhof. "Intelligent vernetzter Strom- und Wärmeverbrauch sowie viele dezentrale Einspeisequellen in den Niederspannungsnetzen sind die Zukunft der bayerischen Energieversorgung", meinte der Leiter des Forschungsstandortes. Das Zentrum erforsche, ob es gelingt, mit einem "Smart Grid" (intelligentem Netz) die Grundlastfähigkeiten von Photovoltaik und Windkraft zu gewährleisten.

Die Besucher sahen, wie ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Stromerzeugung, kurzfristigem Speichern von Energie zur Netzstabilisierung und langfristigem Speichern zur saisonalen Verschiebung aussehen könnte. Durch unterschiedliche Neigung von Solarmodulen zur Sonneneinstrahlung lassen sich die Stromspitzen der Einspeisung wirkungsvoll verschieben.

Zudem finden in Arzberg-Schlottenhof Studien zur Speicherung von Energie mittels Elektrolyse in LOHC (flüssige organische Speichermedien) statt. Dabei wird laut Luchscheider Wasser in Wasser- und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff könne, an ein Trägermedium gebunden, in dieser Form problemlos transportiert und gespeichert werden. Wird die darin gespeicherte Energie benötigt, kann der Wasserstoff wieder gelöst und einer Brennstoffzelle zugeführt werden. Diese wiederum erzeugt elektrischen Strom.

Als weitere Möglichkeit der Stromspeicherung gelten Redox-Flow-Akkumulatoren. In den Speichern auf dem Testfeld können per Elektrolyse und chemischer Reaktionen bis zu 390 Kilowattstunden gespeichert werden. Für BI-Sprecherin Annke Gräbner war nach dem Nachmittag klar, "dass es in naher Zukunft ausreichend Möglichkeiten gibt, um die Stromversorgung in Bayern dezentral zu gewährleisten". Sie sehe aber die Gefahr, dass die Studien im Sande verlaufen, sollten die "Stromautobahnen" gebaut werden.
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