Ausflugsziele in der Region: Service- und Infostelle des Naturparks in der Speinsharter Wieskapelle mit interessanter Dauerausstellung
Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen

Wer sich nach Besuch der Ausstellung noch bewegen will, kann auf den benachbarten Barbaraberg mit seiner ehemaligen Wallfahrtskirche wandern. (Foto: Naturpark)
Freizeit
Speinshart
11.05.2016
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Dörfer bieten für viele Tier-und Pflanzenarten eine Vielfalt an Lebensräumen. (Foto: Naturpark)
(Mathilde Müllner und Martin Koppmann)

Die Speinsharter Wieskapelle ist ein besonderer Kulturraum im gleichnamigen Klosterdorf. Hier finden verschiedene Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Empfänge statt. Der Innenraum mit seinen fragmentarisch erhaltenen Fresken erinnert an die bewegte Geschichte dieser barocken Kapelle. Sie beheimatet zudem die Service- und Infostelle des Naturparks zum vorbeiführenden Wander- und Radwegenetz.

Die Dauerausstellung des Nördlichen Oberpfälzer Waldes will den Besuchern – thematisch zum Klosterdorf von europäischem Rang passend – neben den kulturellen Schätzen und Baudenkmälern die lebende Vielfalt im Dorf näherbringen.

Dörfer bieten im Vergleich zu den intensiv genutzten Offenlandschaften für viele Tier- und Pflanzenarten zahlreiche Lebensräume. Der Strukturreichtum reicht von Gebäuden, Mauern, Gärten, Streuobstbeständen, Wegrändern bis hin zu Pflasterfugen. Es gibt geschützte und warme Ecken an Häusern sowie zugige auf dem Kirchendach. Es gibt sowohl geliebte Pflanzen als auch lästige Tiere, die sich im Dorf wohlfühlen.

Ehemalige Kulturpflanzen, Wildkräuter mit Heilwirkung und Zierpflanzen mit Tradition und Geschichte bilden den Flor eines Dorfes. Zur Geräuschkulisse eines Dorfes tragen unter anderem Vogelstimmen und Rufe von Haustieren bei.
Bei der inhaltlichen Gestaltung der Ausstellung wurde daher ein besonderes Augenmerk auf diesen speziellen „Lebensraum Natur“ gelegt. Stellvertretend für die Pflanzen im Dorf hat man drei Arten ausgewählt, die auch als Nutz- und Heilpflanzen dienen und im Zuge der Renaissance der Wildkräuterküche wieder sehr geschätzt werden. Allen voran die Brennnessel, ferner die Gänse-Malve sowie der „Gute Heinrich“.

Zur Demonstration dient vor der Tür der Wieskapelle ein dafür neu angelegtes Beet. Der „Gute Heinrich“ ist indes ein echtes Speinsharter Gewächs, denn auch im Klostergarten hat er noch ein Refugium.

In einer Vitrine werden mit der Schleiereule und dem Braunen Langohr Tierpräparate gezeigt, welche die Dörfer im Verborgenen bevölkern. Beide erfüllen für den Menschen eine wichtige Aufgabe und halten Plagegeister unter Kontrolle. Dafür sind sie darauf angewiesen, in den Gebäuden geduldet zu werden.
Auf einem digitalen Bildschirm sind Impressionen aus dem Naturpark zu sehen. Die Besucher können sich viele Anregungen auch aus dem reichhaltig vorhandenem Prospektmaterial holen. Eine Postkarte gibt es kostenlos dazu. Geöffnet hat die Infostelle immer sonntags von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Wer sich nach dem Besuch der Ausstellung noch etwas bewegen will, der kann dies auf dem sanften Rücken des benachbarten Barbaraberges tun. Schon von weitem grüßt hier – zwischen Kastanienbäumen und grünen Obstwiesen – die helle Fassade der ehemaligen Wallfahrtskirche in das Land. Obwohl heute nur mehr Ruine, lohnt sich nicht zuletzt wegen des weitläufigen Panoramas der Aufstieg – wahlweise auf dem vor ein paar Jahren wiederhergestellten alten Wallfahrerweg.

Gar viele Geschichten erzählt man sich über diese Anhöhe. Aber keine Angst, die Sage etwa, dass die geheimnisvolle Slawenstadt namens „Mirga“ durch plötzlichen Ausbruch des benachbarten Rauhen Kulms vernichtet wurde, ist eine Legende. Tatsächlich wurde bei Erdarbeiten im Jahr 1972 ein ausgedehntes frühmittelalterliches Gräberfeld mit Skeletten und Grabbeigaben slawischer Siedler angeschnitten. Aber was nicht mit bloßem Auge erkennbar ist, muss ja nicht unbekannt sein.

Für weitere Erkenntnisse auf dieser Schiene sei der Kastler Berg bei Kemnath oder der Aussichtspunkt Pichlberger Höhe bei Trabitz empfohlen. Bei letzterem schweift der Blick bis zum benachbarten Steinwald mit angrenzendem Fichtelgebirge hinüber.

Weitere Informationen im Internet:


www.speinshart.de
www.naturpark-now.de
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