Ausstellung "Abstraktionen" von Hans Günther Pietschmann aus Wiesau im Kloster Speinshart ...
Lebenskunst in Farbe und Licht

Humorvoll und augenzwinkernd erfuhren die Besucher der Vernissage im Oberen Konventgang von Laudator Hans Günther Lauth (von links) eine exzellente Deutung der Arbeiten und des künstlerischen Werdegangs von Hans Günther Pietschmann aus Wiesau. Bilder: do (2)
Kultur
Speinshart
04.04.2016
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Interessiert lauschten (von links) Thomas Englberger, der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, und Georg Girisch, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Speinshart, den Erläuterungen des Künstlers. "Auf der Suche nach neuem Leben das Bisherige nicht zerstören", ist das Credo von Hans Günther Pietschmann.

Ein Künstler darf nicht stehen bleiben. Im Gegenteil: Er muss versuchen, neue Wege zu finden. Das sagt Hans Günther Pietschmann. Der Wiesauer Maler verlässt deshalb ausgetretene Kunstpfade. Neues zu wagen, ohne das Vorhergehende in Frage zu stellen oder gar zu zerstören, ist sein Credo.

Seit Freitagabend gehören die "Abstraktionen" zu den neuen, mutigen Werken des Künstlers: Seine Ausstellung im Oberen Konventgang der Prämonstratenser-Abtei wurde eröffnet.

Wer Bilder betrachtet, betrachtet auch sich selbst, seine Erlebnisse, seine Erwartungen und seine Vorstellungen von der Welt. Innere Bilder, die bereits in der Kindheit beginnen, spiegeln sich in der Wahrnehmung wider und erweitern den Spielraum für die Begegnung mit dem Schönen und Erhabenen.

Urquell der Schöpfung


Für Hans Günther Pietschmann summieren sich diese im Laufe seines Kunstschaffens zu reichen Begegnungen. Seine Arbeiten erzählen von der Schönheit dieser Welt, von der Farbenpracht der Natur und von der Lebensfreude der Menschen. In Speinshart sind es Werke, die an die Schöpfungskraft erinnern und das Licht als Urquell dieser Schöpfung in Szene setzen.

"Wer sich mit Malerei beschäftigt, kommt am Licht nicht vorbei." Dieser Grundsatz spiegelt sich in den ausgestellten Kunstwerken wider. Die klare Raumstruktur und die kräftigen Farben der Bodenfliesen bringen die abstrakten Malereien in dem lichtdurchfluteten langen Raum besonders gut zur Geltung.

Petschmanns "Kompositionen" bezeichnet Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart, zur Eröffnung der Ausstellung als "besonderen Genuss". Und Laudator Hans Günther Lauth urteilt mit dem Volksschauspieler Karl Valentin: "Was die Leute allerweil Tanz machen mit dera Kunst. Wenn ma wos ko, is's koa Kunst nimma, und wenn ma's net ko, is's erst recht koa Kunst".

Künstlerisches Leitmotiv


Hans Günther Pietschmann kann! Seine Werke, überwiegend in Aquarell-, Acryl- und Ölmaltechnik, begeistern. Bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zeichnet sich im wahrsten Sinne des Wortes sein künstlerisches Leitmotiv ab: "Ich möchte den Betrachter der Arbeiten einladen, sich selbst einzubringen", sagt Pietschmann.

Dass der Mensch besonders als Künstler seine Umgebung, das Leben mit den Menschen und seine persönliche Suche nach dem rechten Weg in seine Lebensgestaltung einbringt, das wird bei der Vernissage deutlich. Ansprechend und anspruchsvoll verkünden die Werke Pietschmanns Lebenskunst in Farbe und Licht.

Dieser Leitgedanke soll auch die Besucher im Oberen Konventgang von Kloster Speinshart leiten. Die Ausstellung dort ist bis 15. Mai an Sonn- und Feiertagen jeweils von 13.30 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Hans Günther PietschmannEr ist ein waschechter Oberpfälzer: Hans Günther Pietschmann kam 1947 in Wiesau zur Welt. Nach Schulabschluss und Lehrzeit nahm er ein Studium für freies Zeichnen und Malen auf. Es folgte die Mitgliedschaft im Oberpfälzer Kunstverein und in der Gruppe Triang'l. Im Laufe der Jahre gestaltete er mit seinen Werken zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

1987 wurde Pietschmann mit dem Förderpreis des Medienhauses Der neue Tag ausgezeichnet. Seit Februar 2007 betreibt der Künstler in Wiesau eine eigene Galerie. Die Betreuung einer Malgruppe in Mitterteich ist ihm ein besonderen Anliegen. "Ziel des sozialen und hilfsbereiten Künstlers Pietschmann ist es, seinen Schülern die Freude an der Malerei zu vermitteln'", sagt Hans Günther Lauth bei der Vernissage in Speinshart.

Zu den Werken des Wiesauers in den vergangenen Jahren gehören auch sakrale Arbeiten. 2012 wurden ihm Planung und Gestaltung der Franziskuskapelle in Wiesau-Mühlhof übertragen. Hier übernahm er neben der künstlerischen Gestaltung mit Glasfenstern im Fusingverfahren auch die architektonische Ausarbeitung.

Es folgten Neugestaltungen der Kapelle in Fuchsmühl sowie der Hauskapellen des Seniorenheimes und des Kindergartens St. Josef in Wiesau. Zuletzt war er 2014 mit einer großen Werkschau im oberbayerischen Kloster Benediktbeuern zu Gast. (do)
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