Barockes Ende in Sicht
Sanierung des Klosters Speinshart in etwa einem Jahr beendet

Stuck, Malereien und Deckenbilder öffnen ein Fenster in die Geschichte des Klosters.
Kultur
Speinshart
05.01.2016
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Es gibt noch viel zu tun. Dennoch hofft Pater Andreas Hamberger, Provisor der Prämonstratenser, auf ein glückliches Bauende in gut einem Jahr.

Ein weiterer Mosaikstein zur Generalsanierung der Klosteranlage Speinshart ist gelegt. Die barocke Fassade ist wieder hergestellt. Pater Andreas Hamberger, Provisor der Prämonstratenser, atmet auf. "Wenn alles gut läuft, können wir in gut einem Jahr das Klosterprojekt abschließen."

So zuversichtlich äußerst sich der "Finanzminister" der Abtei. Nach 20-jähriger "Kreuzfahrt" ist im Kloster Speinshart Land in Sicht. Im Innenhof der Prämonstratenser-Abtei Speinshart sind Baugerüste und Schutznetze verschwunden. Die Chorherren sind zufrieden. Künftige Veranstaltungen in den Speinsharter Kultursommern garantieren Atmosphäre.

Ende der Etagentoiletten


Die Unterstützung vieler Institutionen und des Fördervereins der Freunde und Förderer Kloster Speinshart waren notwendig, um die Vollendung des circa 22,5 Millionen Euro teuren Großprojekts vorausschauend einzuschätzen. Derzeit seien im Rahmen des Bauabschnittes III die Bauarbeiter noch im Südflügel des Klosters beschäftigt, berichtet Hamberger Ein besonderes Anliegen ist dem Pater die Verbesserung der Räume für die Chorherren. Die gehören zum letzten Bauabschnitt. Etagentoiletten und Stockwerks-Duschen sollen dann endgültig Vergangenheit sein. Auch auf die Wiederherstellung des wertvollen Stucks und der Deckengemälde und einer neuen Küche legt der Kirchenmann großen Wert.

Originalfassade entdeckt


Nach der Restaurierung erlaubt die Fassade einen Blick zurück in das 18. und 19. Jahrhundert. Pater Andreas erläutert: "Ein Teil der Originalfassade wurde bei den Untersuchungen wiederentdeckt." Es sei das Ziel der Klostergemeinschaft und der Denkmalschützer gewesen, diese Flächen wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. "Das hat geklappt", freut sich der klösterliche Finanzminister.

Einfach aber praktisch ist die Bodengestaltung. Breite Felder aus schwerem Bayerwald-Granit durchqueren das satte Grün des Spezialrasens. Eine indirekte Beleuchtung umrahmt die Rosenrabatten in den Randbereichen des Innenhofes. Gediegene Holz-Sprossen-Fenster spiegeln sich im Tageslicht und Sandstein-Fensterbänke erinnern an die ursprünglichen Gestaltungselemente.

Charme des Barock


Unauffällig und doch interessant ist der Sandstein-Sockel, der zur Kirchenmauer hin den Innenhof quert. Das Fundament grenzt heute den Bühnenbereich ab.

Freuen darf sich auch die Internationale Begegnungsstätte. Der Kloster-Innenhof ist Teil wiederentdeckter Faszination. Der Charme der barocken Zeitepoche lädt ein zu "Glaube, Begegnung und Kultur", so der Leitgedanke der Abtei. Von weither zieht es die Menschen wieder nach Speinshart.

Angst vor DeckenmalereiIn großen Teilen des Klosters hatte es Anfang des 19. Jahrhunderts gravierende Veränderungen gegeben. Überliefert ist, dass etwa die einstigen Räume des Abtes von einem Forstmeister bewohnt wurden, dessen Frau sich vor der Deckenmalerei in ihrem Schlafzimmer fürchtete und es kurzerhand überstreichen ließ. Restauratoren haben dieses Gemälde in den vergangenen Jahren wie viele andere Bilder an den mit Stuck verzierten Räumlichkeiten wieder hergestellt. (do)
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