Bavarian Brass im Kloster Speinshart
Zwischen mächtig und mild

Überschäumende musikalische Osterfreude vermittelte am Ostermontag Bavarian Brass beim Konzert in der Klosterkirche Speinshart. Bild: do
Kultur
Speinshart
19.04.2017
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Noch ist das Oster-Halleluja nicht verklungen, jubiliert in barocker Spielfreude ein altbekanntes Ensemble in der Klosterkirche Speinshart. Dem deutschlandweit bekannten Bavarian Brass glückt ein leidenschaftlicher, hinreißender Auftritt.

Das ist der Tag, den Gott gemacht, der Freud in alle Welt gebracht, heißt es in einem Kirchenlied zur Osterzeit. Überschwängliche Freude vermittelte am Ostermontag auch Bavaria Brass. Trotz der Winterkälte drängten sich hunderte Besucher in einem Raum für die Sinne, wie es Thomas Englberger nannte. Der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte wünschte ein traumhaftes Klangerlebnis und Musiker Walter Thurn, Sprecher des Ensembles, mit Blick auf die Besuchermassen: "Sie sind die größte Freude für unser Tun."

Zu Emmaus bildeten beim Osterkonzert die wegweisenden Grundsätze Glaube, Begegnung und Kultur eine Einheit. Die festlichen Klänge von Orgel, Trompeten, Fanfaren, Pauken und Marimbaphon verkündeten die Botschaft der Auferstehung. Eine gute Stunde faszinierten die "glorreichen Sechs" mit einem "Osterfeuerwerk", das den Gegenpol zur Rückkehr des Winters mit bombastischer Bläser- und Orgelmusik in berauschender Harmonie das Halleluja der Osterfreude zelebrierten.

Wie so oft glückte Bavaria Brass mit ihrer Programmauswahl ein Volltreffer. Schon das einleitende "Pastime with good company" in der Bearbeitung des musikalischen Leiters Benjamin Sebald mit Pauken, Trompeten und majestätischen Orgeltönen ließ einen verheißungsvollen Konzertnachmittag erahnen. Ein Trompeter nach dem Anderen gesellte sich zum Trommler, ehe alles zusammen mit dem Orgelsound in eine wundervolle Klangfülle endete.

Fortan entzückten das Publikum himmlische Klänge mit majestätischer Orgel- und Trompetenmusik, mächtigen Paukenschlägen und schmeichelnden Tonmalereien vom Marimbaphon. Die prunkvollen Dialoge setzten sich mit Werken von Dieterich Buxtehude und Georg Friedrich Händel fort. So wurde etwa das "Halleluja" aus dem "Messias" in einer Bearbeitung des Organisten Walter Thurn zur musikalischen Osterpredigt.

Orgel spektakulär hieß es dann bei einem Tongemälde über die Auferstehung Jesu. Von der schauerlichen Stille des Grabes bis zum Triumphgesang der Engel beschrieb Thurn mit pianistischer Anschlagsfinesse die Kompositionen von Heinrich Knecht. Hemmnisse spieltechnischer Art schien es für ihn nicht zu geben.

Hingerissen lauschte das Publikum den Solostücken von Christoph Günther auf dem Marimbaphon, einem ursprünglich afrikanischen Instrument. Der Wirbelwind an den Schlaginstrumenten vergoldete das Programm mit dem meditativen "Romantica". Unter seinen Händen entfaltete Günther höchst variable Klangbilder. Mit dem rhythmischen "Habanera" entfesselte der Künstler das Lebensgefühl Lateinamerikas.

Fast schon an Filmmusik fühlte man sich bei den nächsten zeitgenössischen Werken erinnert. Sphärische Klänge waren beim "O, Magnum Mysterium" und beim "Et Misericordia" zu hören. Pulsierende Variationen verliehen dem "Palladio" einen unglaublichen Schwung. Dem feierlichen Anlass folgend imponierte Walter Thurn an der Königin der Instrumente mit einem virtuosen Solobeitrag. Der Geist der Musik beflügelte ihn zu Orgel-Sätzen aus Sonaten von Mendelssohn-Bartholdy.

Mit dem "Highland Cathedral" steigerte sich das Ensemble zum weiteren klanglichen Höhepunkt des Nachmittags. Trompeter und Fanfaren strahlten mit silbrigen Klängen und die Orgel steigere sich bis ins "volle Werk", ehe das begeisterte Publikum dem Ensemble mit lautem Applaus huldigte. Die Standing Ovations ermunterte Bavarian Brass zu zwei Zugaben. Noch einmal wurde die funkelnde Eleganz des Barock von den zärtlichen Klangmalereien des Marimbaphons angehaucht. Schließlich endete das Konzert in instrumentaler Mächtigkeit. Viele Besucher folgten der Einladung zur folgenden Begegnung im Kreuzgang.
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