Bavarian Brass in Speinshart
Musikalisches Feuerwerk

Erneut begeisterte Bavarian Brass mit Christoph Günter am Marimbaphon (vorne rechts) mit musikalischer Pracht. Beim Osterkonzert in der Klosterkirche Speinshart gab es für das Ensemble stehende Ovationen. Bild: do
Kultur
Speinshart
30.03.2016
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Ein Jubeln schallte am Ostermontag durch die Klosterkirche Speinshart. Als Engel erwiesen sich die Mitglieder des Ensembles Bavarian Brass. Das festlich-barocke Zusammenspiel faszinierte beim traditionellen Osterkonzert ein glückseliges Publikum.

Musik ist die Sprache der Engel. Darauf hatte schon zur Begrüßung Thomas Englberger hingewiesen. Der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte betonte die gute Tradition österlicher Konzerte und wusste: "Musik gehört zu den besten Möglichkeiten, die freudige Botschaft des Osterfestes zu vermitteln".

Musikalische Botschaft


Himmlische Musik sollte dann auch erklingen. Festliche Orgelklänge verkündeten zu Emmaus auf musikalische Weise die Botschaft der Auferstehung Jesu. Garanten für das musikalische Osterfeuerwerk war nicht zum ersten Mal das Ensemble Bavarian Brass. In der Oberpfalz sind die "glorreichen Sechs" bei guten Freunden. Einziges Ehrenmitglied der Gruppe ist Organist Walter Thurn. Der Eschenbacher Musikpädagoge zählt zu den Gründungsvätern des markanten Klangkörpers.

Fortan entzückten die Klänge mit majestätischer Orgel- und Trompetenmusik, voluminösen Paukenschlägen und zarten Tonmalereien vom Marimbaphon das Konzertpublikum, das sich bei freiem Eintritt im überfüllten Gotteshaus zum Teil mit Stehplätzen begnügen musste. Mit Trompete und Orgelklang gelangen den Künstlern prunkvolle Dialoge. Die Klangkunst zwischen den strahlenden Trompeten (Benjamin Sebald, Dominik Thoma, Florian Zeh und Volker Hemedinger), das leidenschaftliche Orgelspiel (Walter Thurn), wirbelnde Pauken und der zärtliche Umgang mit dem Marimbaphon (Christoph Günther) wurde, verbunden mit der faszinierenden Akustik im barocken Schatzkästchen Speinsharts zum Hörgenuss.

Mit einem feinen Bach-Block ging es hinein in das freudige Erleben. Dem musikalischen Gewitter "Auf, schmetternde Töne der muntern Trompeten" folgten Bachs Kompositionen aus der Arie "Heiligste Dreifaltigkeit". Geradezu andächtig, zeitweise mystisch der Orgel und Trompete beim "Jesus bleibet meine Freude" und "August lebe, lebe König". In Franz Liszts "Das Lamm, das erwürget ist", triumphierte kunstvolles Orgelspiel. Der Schlusschor dieser Bach-Kantate ist eine kunstvolle Lobeshymne, passend zur Osterzeit.

Geradezu andächtig lauschte das Publikum den schmeichelnden Klängen des Marimbaphons. Meisterhaft unterstrich der Hofer Christoph Günther seine Kunst mit einem ergreifenden Klangexperiment. Im "A little Prayer" und noch einmal im "A Year in Ice" wirbelten die Klöppelköpfe kaum sichtbar über die Tonplatten: ein intensives Erlebnis, das auch die Arie "Lass mir die Tränen" aus der Oper Rinaldo von Georg Friedrich Händel mit zwei Flügelhörnern und Orgel erzeugte. Temperamentvoll und mächtig schloss das Werk aus Händels "Feuerwerksmusik" mit furiosen Marschrhythmen.

Organist mit Humor


Johann Valentin Rathgeber ist der bekannteste mainfränkische Komponist und gilt als genialer Kleinmeister des Barocks. Auch diesem "Klosterkomponisten" erwies Bavarian Brass die Ehre. Im "Concerto in D-Dur" demonstrierten Trompeten und Orgel Klangwelten von demütiger Festlichkeit bis hin zu überschäumender Lebensfreude.

Amüsantes "Ostergelächter" vermittelte Organist Walter Thurn in "Hornpipe Humoresque". Zu Variationen über eine berühmte Melodie gesellten sich musikalische Zitate von Bach, Vivaldi und Widor. Die musikalische Entfaltung des Organisten reichte vom Flötengeflüster bis zum vollen Orgelwerk. Den glanzvollen Querschnitt durch verschiedene Epochen und Musikstile ergänzten zum Schluss des Konzerts die "Fanfaren in D-Dur" des Komponisten Nicolas J. Lemmens. Das Publikum huldigte dem Ensemble mit langen Ovationen. Die Begeisterung wurde mit zwei Zugaben belohnt.
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