Drei Autoren stellen ihr Werk „Angekommen“ über Migration in Speichersdorf im Kloster ...
Wie Integration gelingen kann

"Angekommen" heißt das Büchlein, das 15 Geschichten über die Integration in der Gemeinde Speichersdorf enthält. Ulrike Sommerer, Dolores Longares-Bäumler und Christian Porsch (von links) stellten als Herausgeber ihr Gemeinschaftswerk vor. Bild: do
Kultur
Speinshart
14.01.2016
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Integration gelingt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Zu dieser Erkenntnis gelangen drei "Musketiere" der Integration. Wie es geht, schildern die Biografen mit Lebensgeschichten der "Angekommenen". So heißt das Büchlein, das die Herausgeber Christian Porsch, Ulrike Sommerer und Dolores Longares-Bäumler im Kloster vorstellten.

Das Thema Flucht und Asyl elektrisiert die Menschen. Da findet ein Werk Beachtung, das Beispiele gelungener Integration aufzeigt. "Es gibt Orte, wo Fremde Heimat finden", formulierte Begegnungsstätten-Leiter Thomas Englberger vor überraschend vielen Besuchern. Im überfüllten Musiksaal lauschte das Publikum spannenden Einzelschicksalen von Familien, die in Speichersdorf einen neuen Anfang wagten.

Wichtig: Netzwerk


Die Speichersdorfer haben stets Fremde willkommen geheißen. Das Ergebnis: Die Gemeinde blüht. Das bestätigte Bürgermeister Manfred Porsch in einer Würdigung. "Am Anfang war große Skepsis. Das miteinander reden brach Hemmschwellen." Als weitere Glücksfaktoren nannte der Rathauschef den Aufbau eines Netzwerkes um Migrationsberaterin Dolores Longares-Bäumler und das Aufzeigen von Chancen, um bei den Neubürgern Perspektivlosigkeit zu vermeiden. Eine Herausforderung, die auf alle Zeit bleibe, so der Bürgermeister.

Davon erzählt auch das Buch, davon berichtet auch Christian Porsch. Eine Mammutaufgabe sei es für die Gemeinde gewesen, bemerkt der Jugendbeauftragte, blickt auf die Nachkriegsentwicklung und nennt als Beispiele die Ansiedlung der Heimatvertriebenen, das Eintreffen der Gastarbeiter, die Integration der Aussiedler nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und die Gastgeberrolle für Angehörige der US-Army. Derzeit bereite sich die Kommune auf die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge vor. Als Grundlage nennt Porsch ein Netzwerk aus Vereinen, Kirchen und Caritas. Dass die Einbürgerung auch menschlich gelungen ist, belege die rege Beteiligung der Migranten am gesellschaftlichen Leben.

15 Lebensgeschichten fasst Autorin Ulrike Sommerer zusammen. Unterstützt wurde das Werk aus dem Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken". In knapper Sprache erzählt die Journalistin von den Menschen und versteht es meisterhaft, die Leser die Anfangssorgen und Nöte, Glück und Schicksalsschläge mitfühlen zu lassen.

"Wenn ich einmal nicht mehr bin, weiß keiner meine Geschichte." Dieser prägende Satz einer Russland-Deutschen saß auch bei Dolores Longares-Bäumler. Rasch wurde der Migrationsberaterin der Caritas klar, die Geschichten und Erzählungen, oft kurios, aber immer berührend, für die Nachwelt zu erhalten. Über ein Jahr trafen und befragten die Frauen Menschen aus aller Herren Länder. Christian Porsch wurde bald ebenfalls zum leidenschaftlichen "Interviewer und Schriftsteller".

Auf 66 Seiten beschreibt das Werk die 15 Lebensgeschichten von allen Kontinenten. "Es sind Erzählungen, die das Leben der Betroffenen umgekrempelt haben", so Longares-Bäumler. Die Einblicke sind vielfältig. Auszüge der Erlebnisse vorzutragen, bleiben zunächst Christian Porsch vorbehalten. Die Gäste erhalten zum Teil dramatische Eindrücke. Erhältlich ist das Werk im Rathaus in Speichersdorf und bei der Buchhandlung Bodner in Pressath. (Bericht folgt)
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