Dua Aurata begeistert das Publikum bei den Speinsharter Sommerkonzerten mit klassischen Werken ...
Erdentöne und Himmelsklang

Geistlich oder nicht - es kommt auf den Stil an. Und der ist beim Konzertabend des Duos Aurata in der Klosterkirche hinreißend. Teresa Hoerl (links) und Akkordeonistin Yvonne Grünwald begeistern mit ihrer Musik. Bild: do
Kultur
Speinshart
12.08.2016
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Geistliche Lieder - heißt das Psalmen, spirituelle Andacht, unerschütterliche Demut, tiefe Religiosität, Unterwerfung? Mitnichten. Geistliches Liedgut kann voll Leidenschaften sein. Feurig, stark, voll äußerer Entzückung, bilderreich in Gedanken und im Ausdruck - und doch nicht selten vom Gedanken beseelt, ehrfürchtig Gottes Güte mit Musik und Gesang zu vermitteln. In der Klosterkirche sind es zwei begnadete Künstlerinnen, die diesem Anspruch gerecht werden.

Befreiende Melodien


Das Duo Aurata präsentiert anlässlich des Festivals junger Künstler Bayreuth und den damit verbundenen Speinsharter Sommerkonzerten Erdentöne und Himmelsklang. Mit befreienden Melodien verzücken Sopranistin Teresa Hoerl und Akkordeonistin Yvonne Grünwald mit Musik zum Träumen. Das Konzert mit dem Titel "Sag welch wunderbare Träume" ist klar positioniert. Diesen Weg weist den Künstlerinnen Richard Wagner höchstpersönlich. Etwas Neues wollen sie bringen, die beiden Frauen, das in der barocken Pracht der Klosterkirche sichtlich ankommt. Teresa Hoerl stammt aus Kemnath und ist ausgebildete Sopranistin. Yvonne Grünwald am Akkordeon trat 2014 mit ihrer Formation Elaiza als deutsche Kandidatin beim Eurovision Songcontest in Erscheinung.

Hoerl, Meisterschülerin zahlreicher renommierter Sänger, präsentiert sich im "Dahoam is Dahoam"-Kostüm. Sie, die Oberpfälzerin im feschen weiß-blauen Dirndl mit rosa Schleife, ein charmanter Kontrast zum Weiß und Gold der Putten und Heiligen und Yvonne Grünwald im festlichen Schwarz zelebrieren große Kunst. In der etwas ungewöhnlichen Besetzung von Gesang und Akkordeon erschließt sich ein etwas anderer, leichterer Musikstil, Musik zum Träumen eben.

Erste Akzente setzt der warme Sopran von Hoerl in Gluck's "O del mio dolce ador". In strahlender Reinheit folgen "Jagdszenen". Eher weltlich ist die Aria von Bachs "Schafe können sicher weiden". In ein Zauberstück verwandeln die Künstlerinnen Antonio Vivaldis "In turbato mare irato" bis schließlich Teresa Hoerl zum weiteren Schwelgen einlädt.

Damen huldigen Reger


Wagners "wunderbare Träume" setzen sich fort. Hoerl fasziniert mit ihrem Vortrag der Arie des Giustino "Vedro con mio diletto" aus Antonio Vivaldis gleichnamiger Oper. Es müssen nicht immer die "ganz großen" Komponisten sein. Die Damen huldigen auch Max Reger. Bewegend erklingt das "Mariä Wiegenlied".

Der Vielseitigkeit des musikalischen Programms folgend bringt das Duo wieder Klassisches zu Gehör. "Quando voglio" aus der Oper Cleopatra von Händel klingt bezaubernd. Die Kraft der Musik wird noch einmal deutlich. Schuberts Ave Maria wird zum krönenden Abschluss. Stehende Ovationen der Besucher ermuntern zu einer Zugabe.
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