Duo ReCuerda begeistert mit ungewöhnlichen Arrangements und Virtuosität
Musikalische Juwelen des Barock

Mit Musik für Mandoline und Gitarre beeindruckten Jeannette und Vicente Mozos del Campo als Duo ReCuerda das Publikum im Musiksaal des Klosters Speinshart. Bild: do
Kultur
Speinshart
13.10.2016
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Stilsicher und im perfekten Gleichklang entführt das Duo ReCuerda die Besucher in die Welt der Saiten. Mit der eher selten zu hörenden Kombination von Mandoline und Gitarre demonstriert das Künstlerehepaar Jeannette und Vicente Mozos del Campo das virtuose Geschick großer Meister.

Passend zum Ambiente des barocken Musiksaales des Klosters Speinshart präsentiert das Duo ausgewählte Barockmusik. Mal spritzig-virtuos, mal vergeistigt konzentriert reiht sich Bekanntes an Repertoire-Raritäten und Originelles an kunstvolle Arrangements. Juwelen des Barock sind im ersten Teil zur "Tea-Time-Zeit" zu genießen.

Musik zum Träumen


Arcangelo Corelli, Domenico Scarlatti und Georg Friedrich Händel sind allgegenwärtig. Das 17. und 18. Jahrhundert rückt musikalisch in den Mittelpunkt. Eine Zeit, in der es auch üblich war, die Besetzung vieler Werke nicht ganz so streng festzulegen - in der die eine oder andere Komposition auch auf der Mandoline oder der Laute aufgeführt wurde. Besonders die Sonata VII von Arcangelo Corelli gehört zu den Höhepunkten des ersten Konzertteiles, in dem Jeannette Mozos del Campo (Mandoline) und Vicente Mozos des Campo (Gitarre) Musik zum Träumen und Entspannen bieten.

Beeindruckend ist die vielfältige Klangwelt, die das Duo ihren Instrumenten entlockt. So verleiht Mozos del Campo auf eine Biedermeier-Gitarre aus dem Jahr 1830 den Werken höchste Ausdruckskraft und seine kongeniale Partnerin begeistert im Lautenspiel mit Federkiel. Zum weiteren Hörgenuss kommen bezaubernde Sonatas des Italieners Domenico Scarlatti. Der erste Teil des Nachmittags klingt mit Georg Friedrich Händel aus. Der zweite Teil steht in keinster Weise nach. Das Duo spannt einen Bogen von der Romantik bis in die Moderne. Eine Serenade und das Allegro moderato von Wenzeslaus Matiegka, einem böhmischen Gitarristen an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, imponiert dem Publikum. Tolle Arpeggien sind auch mit Mandoline und Gitarre möglich, beweisen Mozos & Mozos mit famosen Akkord-Kombinationen. Die "Hermitage" von Konstantin Vassiliev wird zur besten Tea-Time zum zartfruchtigen Zaubertrunk. Als Inspiration für "Hermitage" diente dem russischen Komponisten die Eremitage in St. Petersburg. Melancholie und Mystik sind die bestimmenden Elemente dieses Vortrages.

Sensible Transkription


Während des "Fünf-Uhr-Tees" ergänzt ReCuerda den Nachmittag mit "feinsten Naschereien" in Form der "3 Preludes" oder "Three Preludes" von George Gershwin. Eigentlich für Klavier komponiert, entsteht durch eine sensible Transkription ein brillanter Vortrag mit einem anspruchsvollen Dialog von Mandoline und Gitarre. Schließlich begeistert das Duo mit einer "Polonaise" von Raffaele Calace.

Das erstaunlich weiche und klangvolle Spiel mit zahlreichen "Zupf- und Streicheleinheiten" setzt interessante Akzente und unterstreicht das hohe Niveau des Speinsharter Konzertprogrammes. Der stürmische Beifall der Besucher ist verdient.
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