Emsemble "Sarband" begeistert bei Speinsharter Sommerkonzerten mit ihrer Philosophie über die ...
Friedliche Klänge mächtiger als Kriegslärm

Das Ensemble "Sarband" singt in Speinshart über die Macht der Liebe. Bild: do
Kultur
Speinshart
23.08.2016
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Über das Mittelmeer ertönte seit den Tagen der Phönizier Kriegslärm dutzender Seeschlachten. Doch das, was sich 1571 vor der Küste Westgriechenlands abspielte, war ohne Beispiel. Die Türkenschlacht in der Meerenge bei Lepanto, ein Kampf Kreuz gegen Halbmond, sollte über die Vorherrschaft im Mittelmeer entscheiden. Während die Soldaten für die Kirche fielen, wurde der Rosenkranz gebetet. In der Klosterkirche Speinshart erinnert ein Deckenfresko an dieses epochale Ereignis.

Friede in Zeiten des Krieges


Es ist ein ungewöhnlicher und doch einfallsreicher Einstieg in die nächste Konzertfolge der Speinsharter Sommerkonzerte. Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, nimmt Bezug auf das Deckengemälde in der Klosterkirche, erinnert an die Bedeutung der Rosenkranzkönigin für Speinshart und betont mit Blick auf die Kriege vergangener Jahrhunderte die Notwendigkeit der Friedensliebe.

Zu dieser außerordentlichen Symbolik gehört am Sonntagabend im barocken Kirchentempel die Musik aus beiden Kulturkreisen. Eine Begegnung von Abend- und Morgenland im Wettstreit der Muse. Unter dem Leitgedanken "Orient meets Occident" wirbt die Gruppe "Sarband" für Völkerverständigung. Sarband bedeutet Verbindung. Das Ensemble lädt die Besucher dazu ein, unterschiedliche kulturelle Hintergründe dieser alten Musik und lebendiger Traditionen zu vereinen. Im barocken Kleinod der Abtei feiert diese Art von Musik Triumphe.

Mehr als vier Jahrhunderte nach der Seeschlacht von Lepanto bietet das Programm ein klingendes Zeugnis der Verständigung und der Toleranz. Vieles findet sich im Konzert wieder: Abschied und Hoffnung auf das Wiedersehen, Heimat und Fremde, Reisen zu den Horizonten und menschliche Wärme. Diese Hoffnungen in Liedern aus der Heimat auszudrücken - mit dem Gefühl, zu Hause zu sein - erfahren die Zuhörer mit betörend süßen Brückenschlägen. Nähe und Sehnsucht bleiben die Pole dieses hinreißenden Abends.

Barocke Arien und arabische Kunstlieder, amerikanische Volkslieder und neue Songs über die Macht der Liebe vereinigt "Sarband" im Programm "What the World needs now". Der exotische Zauber des Orients und die Magie der Liebe in den Liedbearbeitungen aus der alten und neuen Welt verleihen dem Abend ein "Gelage" mit viel Atmosphäre. Vladimir Ivanoff, musikalischer Leiter und Moderator, der amerikanische Spezialist für Alte Musik, Joel Frederiksen, der berühmte syrische Gesangsvirtuose Rebal Alkhodari und sein Landsmann Mohamad Fityan, sie alle träumen in Speinshart von der Wirkung der Liebe. Einer Liebe, die alles besiegt und alles vereint.

Musikalisch begleitet wird der Gesang von Laute und Oud, einer arabischen Rohrflöte, und der Percussion. In arabische Sphären entführen Rebal Alkhodari und Mohamad Fityan, und der mächtige Bass von Joel Frederiksen beschreibt raue und doch romantische Zeiten in den "Appalachian Mountains".

Fernab von Schleiern der Folklore geht das Ensemble eine innige Verbindung mit dem allgegenwärtigen Thema der Liebe ein. "Sarband" schwelgt in Poesie. "What the World needs now" wird im spirituellen Klangraum der Klosterkirche zum leidenschaftlichen Appell an die Liebe unter den Menschen. "Was die Welt jetzt braucht, ist Liebe, nicht nur für einige, sondern für alle."

Orient und Okzident vereint


"Sarband" ergänzt die musikalische Liebesbezeugung mit Johann Wolfgang Goethes Worten aus dem "West-Östlichen Divan": "Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen." In Speinshart wird diese Philosophie zu einem Fest der Sinne. Eine friedliche Fusion der Kulturen mit hinreißender Musik anstelle von Kampfeslärm. Die Musik als Ton- und Taktgeber wäre auch für die aktuelle politische Entwicklung zwischen Orient und Okzident die bessere Alternative.
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