Englberger bleibt
Absprung abgebrochen

"Ich bleibe bis auf Weiteres in Speinshart." Zitat: Thomas Englberger
Kultur
Speinshart
15.07.2016
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Thomas Englberger bleibt dauerhaft Leiter der Internationalen Begegnungsstätte. Was nach einem dreiviertel Jahr als kommissarischer Mann an der Spitze nur konsequent klingt, ist eine Überraschung, der 50-Jährige war so gut wie weg aus Speinshart.

(wüw) Seit Wochen macht das Gerücht vom Wechsel Thomas Englbergers die Runde. Nun dementiert der bisherige kommissarische Leiter der Internationalen Begegnungsstätte. "Ich bleibe bis auf weiteres in Speinshart." Aus der Luft gegriffen waren die Gerüchte nicht. Tatsächlich war sein Abschied aus der Oberpfalz beschlossen Sache. Noch im Mai suchte die Begegnungsstätte mit großen Anzeigen in der Süddeutschen Zeitung einen Nachfolger.

Englberger hatte sich bereits 2015 auf eine Stelle in der Schweiz beworben und eine Zusage erhalten. Am 1. September sollte er die Stelle beim Bistum Sankt Gallen antreten. Für den gebürtigen Münchner wäre es eine Rückkehr zum alten Arbeitgeber gewesen: 2012 war er von dort als Referent nach Speinshart gewechselt. Im Oktober 2015 hatte er die Leitung der Begegnungsstätte übernommen, nachdem Pater Florian Prosch den Konvent der Speinsharter Prämonstratenser verlassen hatte und deshalb auch den Posten des Begegnungsstätten-Leiters räumen musste. Englberger hatte sich zunächst gesträubt, die Leitung dauerhaft zu übernehmen, nun hat er seine Meinung geändert, verzichtet auf die lukrative Stelle in der Schweiz. "Ich bin in den vergangenen Monaten in die Aufgabe hinein gewachsen", begründet der 50-Jährige. Er nehme die Verantwortung für die Mitarbeiter, die Einrichtung und deren Partner an.

Vor allem sei die Überzeugung gewachsen, dass es das Team der Begegnungsstätte "gemeinsam packen kann". Zudem habe er bemerkt, dass ein erneuter Wechsel der jungen Begegnungsstätte schaden würde. Schon Proschs Ausscheiden habe für Unruhe und Unsicherheit gesorgt.

Nach wie vor sei er der Überzeugung, dass die Ideallösung für den Posten ein Chorherr aus dem Speinsharter Konvent wäre. "Aber einen passenden Chorherren gibt es nicht und es wird ihn wohl auch die nächsten zwei oder drei Jahre nicht geben."

Ich bleibe bis auf Weiteres in Speinshart.Thomas Englberger


Begegnungsstätte braucht UnterstützungPater Andreas Hamberger stimmt in der Einschätzung mit Englberger überein: Optimal wäre ein Leiter aus dem Konvent, aber ein solcher ist vorerst nicht in Sicht. Der Geschäftsführer der Begegnungsstätte ist deshalb froh, auf dem Leiterposten Kontinuität gesichert zu haben.

Alle Sorgen um die Begegnungsstätte ist Pater Andreas damit nicht los. Der Provisor des Klosters macht kein Geheimnis daraus, dass sich die Begegnungsstätte finanziell dauerhaft nicht selbst tragen kann. "Das kann keine vergleichbare Bildungseinrichtung", sagt Hamberger und verweist unter anderem auf das Exerzitienhaus Johannisthal, das das Bistum Regensburg jährlich mit einem sechsstelligen Betrag fördere. Schon bei der Gründung habe er bei Landkreis und Bezirk wegen Unterstützung angefragt. "Beide haben abgewunken." Das sei verständlich gewesen, damals war unklar, wie groß der Förderbedarf sein würde. Auch über die Akzeptanz der Einrichtung in der Bevölkerung und die Qualität des Angebots konnte nur spekuliert werden.

Das sei nun anders, die Begegnungsstätte habe sich etabliert, sei eine feste Größe. Im kommenden Jahr möchte sich Hamberger erneut um Unterstützung bemühen, er denke an einen Förderverein. Ohne öffentliche Geldgeber kann es aber nicht funktionieren. (wüw)
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