Kammerchor Turksoy eröffnet diesjährige Speinsharter Sommerkonzerte in der Klosterkirche
Klänge aus den Turkstaaten

Von Werken von Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu usbekischen Volksliedern - der Kammerchor Turksoy unter der Leitung von Gulmira Kuttybadamova begeistert beim Auftakt der Speinsharter Sommerkonzerte. Bild: Stiegler
Kultur
Speinshart
04.08.2016
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Namensgeberin ist die internationale Organisation türkischer Kultur: Turksoy. Gegründet 1993 von den Kultusministern der sogenannten Turkstaaten Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan und Türkei, will die Organisation ihr gemeinsames kulturelles Erbe an die kommende Generation weitergeben und in die Welt tragen. Ein außerordentlich gelungenes Instrumentarium ist in musikalischer Hinsicht der Kammerchor Turksoy.

Musikalische Visitenkarte


Zum Auftakt der diesjährigen Speinsharter Sommerkonzerte am Mittwochabend geben die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Gulmira Kuttybadamova ihre musikalische Visitenkarte in der Klosterkirche ab. Zum 7. Mal gehen in diesem Jahr die Speinsharter Sommerkonzerte über die Bühne, die Kooperation zwischen der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart und dem Festival junger Künstler Bayreuth hat mittlerweile einen alljährlichen Konzertreigen entstehen lassen, der aus der Region nicht mehr wegzudenken ist. In der Reihe können die Zuhörer auch in diesem Jahr wieder abseits ausgetretener musikalischer Pfade wandern - das Eröffnungskonzert macht dies eindrucksvoll deutlich. Das knapp 35-köpfige Ensemble, jung sowohl in der Besetzung wie auch im Bestehen (seit 2015), verzaubert die Zuhörer mit einem Querschnitt aus Werken bekannter Komponisten, aber auch mit eher unbekannten und ungewöhnlichen Klängen aus den Turkstaaten.

Bekannt geht es los mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Ave verum corpus". Hier machen die Sänger sowie ihre Leiterin deutlich, dass sie über ein tiefes Verständnis der europäischen Klassik verfügen. Das Ensemble fasziniert bereits hier mit einer Klangeinheit und -fülle, die sich durch den gesamten Konzertabend ziehen. Ihren Anteil daran hat natürlich auch die Leiterin Gulmira Kuttybadamova, deren Auftreten den Sängern die nötige Gelassenheit vermittelt. Als Beobachter kann man den Eindruck gewinnen, dass die "Chefin" von der Leistung ihres Ensembles genauso angetan ist wie es die Zuhörer in dem sehr gut gefüllten Gotteshaus sind.

Unerwartet und dynamisch


Für europäisch geprägte Musikohren mag es vielleicht fremd klingen, wenn das Ensemble Volkslieder aus Turkmenistan, Usbekistan oder Aserbaidschan anstimmt. Doch es eröffnet neue Horizonte, nicht selten schwungvoll, dynamisch und mitreißend. Und mitunter auch unerwartet. Gut ins Programm passen auch eine Chorversion des bekannten Bobby McFerrin-Hits "Don't worry, be happy" sowie ein in Sakralräumen eher selten gehörtes "Mack the knife" aus der "Dreigroschenoper".

Das Herz und die Seele für Neues öffnen - das ist den Sommerkonzerten in den vergangenen Jahren gelungen. Und so ist es auch am Mittwoch mit dem Chor Turksoy: Das belegen die Standing Ovations nach einer eindrucksvollen, ja erlebnisreichen Konzertstunde.
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