Konzert von Theresia und Christian Stahl
Feuerwerk der Gefühle

Klangliche Vielfalt mit Blockflöten, Laute und Theorbe begeisterte das Musikpublikum am Sonntagnachmittag im Musiksaal des Klosters Speinshart. Das Duo "La Vigna" mit Theresia Stahl (Blockflöte) und Christian Stahl (Laute) widmete sich musikalischen Kostbarkeiten der Barockzeit. Bild: do
Kultur
Speinshart
20.04.2016
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Einfache Akkorde, Arcangelo Corellis virtuoser Stil und der Kontrapunkt als typische barocke Kompositionsart stehen im Mittelpunkt des Konzerts von Theresia und Christian Stahl in Speinshart. Sie bringen klingend die Musik dieser Epoche zum Ausdruck.

Die Darstellung stilisierter Leidenschaften und seelischer Erregungszustände, von Bewunderung, Liebe, Hass, Verlangen, Freude und Trauer war ein zentrales Thema der geistlichen und weltlichen Musik des Barock. Am Sonntag durften sich die Musikliebhaber im Kloster Speinshart über diesen Musikstil begeistern. Die Hörerschaft erlebte ein außergewöhnliches Konzert für Flöte und Theorbe. Im Musiksaal verwandelten Theresia Stahl (Blockflöten) und Christian Stahl (Laute, Theorbe) diese menschlichen Gefühle zu musikalischen Feuerwerken.

Hinter dem Dresdner Duo mit der einladenden Wortschöpfung "La Vigna", zu Deutsch Weinberg, verbargen sich Künstler mit großem Idealismus. Die gebürtige Dresdnerin Theresia Stahl studierte Musikerziehung und Blockflöte an der Universität der Künste in Berlin. Christian Stahl stammt aus Pforzheim. Sein Studium konzentrierte sich auf die klassische Gitarre. Mit ihren Blockflöten, mit einer Wärmflasche wohltemperiert und der eher seltenen Theorbe, dem größten Instrument der europäischen Lautenfamilie und einer weiteren Laute unternahm das Künstlerpaar mit zahlreichen Zuhörern eine Reise in die Musikgeschichte des Barock. Von einfachen, frühbarocken Fundamentalakkorden über Corellis "schöne Bässe" bis zu Bachs kontrapunktischem Prunkstil zeichneten sie klingend und erzählend das Bild dieser Kulturepoche nach.

Klar und schlank im Klang, elegant im Zusammenspiel - das Publikum erlebte am Sonntag fast zwei Stunden lang spannungsgeladene Interpretationen jener effektvollen Musik. Das Repertoire des Duos reichte im ersten Programmteil von der erfrischenden Sonate VI des Giovanni Battista Fontana über die mitreißende und leidenschaftliche Musik eines Arcangelo Corelli bis hin zu den weichen und verspielten Kompositionen des Franzosen Charles Dieupart. Bekanntermaßen schrieb Johann Sebastian Bach einige Suiten ab. Bach kopierte auch Noten anderer Musikgrößen, wie Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi.

Im Programm am Sonntag standen Werke dieser Komponisten und wechselten mit den stimmungsvollen Bachschen Suiten in d-Moll, BWV 1008 ab. Marco Uccellini komplettierte mit der Sonata over Toccata Quinta a Violino die Darbietungen. Ob nun italienische, französische oder deutsche Komponisten, das Duo "La Vigna" streichelte das Publikum mit der Anmut, Leidenschaft und Schönheit ihrer Vorträge, um dann dramatisch an frühbarocke Musikwelten zu erinnern.

Eindrucksvoll demonstrierte das Künstlerpaar das Spannungsverhältnis dieser musikalischen Epoche. Der begeisterte Applaus der Hörerschaft wollte nicht enden. Mit "Täglich muss ich einfach lieben" aus einer schottischen Liedersammlung dankte das Künstlerpaar.
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