„Siam Sinfonietta“ in der Klosterkirche
Königliche Liebeslieder

Die Musiker des thailändischen Jugendorchesters Siam Sinfonietta gastierten am Sonntagabend in verschiedenen Kammermusik-Ensembles im Kloster Speinshart. Bild: stg
Kultur
Speinshart
10.08.2016
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Königreiche nehmen heute eine Minderheitsposition ein. Genauso ist es mit Königen als Staatsoberhäuptern. Und wenn der König auch noch als Komponist tätig ist, wird es beinahe schon kurios. Der thailändische Monarch Bhumibol Adulyadej hat viele Werke komponiert - in der Speinsharter Klosterkirche waren am Sonntagabend drei Liebeslieder aus der Feder des Königs zu hören.

Elf Musiker des Ensembles "Siam Sinfonietta" gastierten bei den Speinsharter Sommerkonzerten. Der alte Name lebt also weiter, auch wenn es die Staatsbezeichnung lange nicht mehr gibt: Siam. Dass der Begriff auch künftig in aller Munde sein wird (zumindest bei Musikinteressierten), dafür sorgten die Musiker der "Sinfonietta". Statt Orchester erlebten die Zuhörer im gut gefüllten Gotteshaus mehrere Ensembles in verschiedenen Zusammensetzungen. Durch das Programm führte Somtow Sucharitkul, der die "Siam Sinfonietta" leitet und als Komponist tätig ist.

Frankreich, Deutschland und Russland - das waren die Herkunftsländer der Komponisten des Programms. Los ging es mit "Trois Pièces brèves" des Franzosen Jacques Ibert. Mit der Melodik, dem Esprit und der perfekten Instrumentationskunst des Komponisten kamen die jungen Musiker gut zurecht. Die Klangsprache Iberts spricht das Herz an, die Instrumentalisten verhalfen ihr zu einer besonderen Stimmung voller Anmut. Heiter ging es weiter mit Richard Strauss' "Till Eulenspiegel"-Komposition. Ursprünglich für großes Orchester geschrieben, "funktionierte" das Werk auch in der kammermusikalischen Variante - ein Kompliment an die Instrumentalisten, die alle Register ihrer Spielkunst dafür zogen.

Höhepunkt des Abends war das Streichquartett Nr. 8 in c-moll von Dmitri Schostakowitsch, das viel düstere Stimmung ausdrückte. In dem gut 20-minütigen Werk knüpften die fünf Sätze nahtlos aneinander. Einem eröffnenden Largo folgten zwei schnelle Sätze, um dann mit zwei Largo-Sätzen zur Ausgangsstimmung zurückzukehren. Das ausführende Streichquartett wuchs über sich hinaus, ließ die Intention des Komponisten - er hatte das Werk mit der Widmung "Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges" versehen - spürbar und erlebbar werden. Viel Applaus gab es für die jungen Musiker, die die drei Lieder ihres Königs als Zugaben boten.
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