Spektakuläres Ereignis beim „Speinsharter Konzertsommer“
Gott nicht nur mit Trompetenklang gelobt

Eingebunden in das Festival junger Künstler Bayreuth "bebte" beim Speinsharter Sommerkonzert die Klosterkirche. Unter dem Motto "Harmony International" verzückten bei einem gemeinsamen Auftritt der Universitäts-Chor von Wuhan (China), der Kammerchor "Turksoy" sowie die Big Band des Landesjugend-Jazzorchesters Bayern und die Sopranistin Gunnel Sjöberg das Publikum. Das umjubelte "Sacred Concert" mit geistlicher Musik von Duke Ellington und weiteren Beiträgen der Mitwirkenden stand unter dem Dirigat des Schw
Kultur
Speinshart
16.08.2016
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So etwas war in einer der prächtigsten Barockkirchen Süddeutschlands noch nie zu hören. Zu diesem spektakulären Ereignis beim "Speinsharter Konzertsommer" gibt es ausgerechnet in einem Gotteshaus Big-Band-Sound wie im Jazz-Club zu hören.

Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart, hat nicht zu viel versprochen, als er eine außergewöhnliche Aufführung und den Höhepunkt des Konzertsommers ankündigt - verbunden mit textlichem Tiefgang, der sich hinter einem Oratorium nicht verstecken muss. Im und vor dem Altarraum der Klosterkirche inszeniert der schwedische Dirigent Fred Sjöberg das "Sacred Concert" der Jazz-Legende Duke Ellington.

Fürwahr ein "heiliges Konzert", kommentiert Sissy Thammer, Intendantin des Festivals junger Künstler Bayreuth, diese Demonstration von Musik und Gesang. Zusammen mit Sopranistin Gunnel Sjöberg übernehmen gleich zwei Chöre die Präsentation. Möglich machen den glanzvollen Auftritt der Chor der Wuhan-Universität (China) und der Kammerchor "Turksoy". Beide gehören zum Bayreuther "Tauschplatz des Geistes", wie das Festival auch genannt wird.

Besondere Note


Melodie und Rhythmus liegen in Speinshart überwiegend beim Landesjugend-Jazzorchester Bayern in besten Händen. Dabei lobt das Ensemble Gott nicht nur mit Trompetenklang, sondern auch mit Posaunen, Klarinette, Saxofon und Schlagzeug. Entsprechend schallen den Zuhörern in der überfüllten Klosterkirche Duke Ellingtons swingende Klänge um die Ohren - und doch auch so gefühlvoll leise, dass das Publikum am Ende mancher Stücke kaum zu applaudieren wagt.

Der Freitag wurde in der Klosterkirche zu einem Feiertag für ein Gotteslob mit Trompetenklang und mit Texten so dicht wie Gebeten, wie Englberger feststellt. Diese Gebete in ein musikalisches Gotteslob zu verwandeln, das ist die besondere "Note" des Konzertprogramms. Schon dem opulenten musikalischen Festmahl geht eine köstliche "Vorspeise" voraus. Heimatrauschen vermitteln die Wuhan-Studenten und die Multi-Kulti-Truppe von "Turksoy". Aus dem Reich der Mitte und dem turkmenischen Kulturkreis erklingen Volkslieder und "Gedichte", innig, einfühlsam, verträumt. Swingend setzen die Künstler weitere Ausrufezeichen und stimmen ein auf den umjubelten zweiten Programmteil mit dem "Sacred Concert".

"Jetzt konnte ich endlich öffentlich bekennen, was ich bisher auf den Knien nur selber sagen konnte ...", hat Duke Ellington über sein "Sacred Concert" gesagt und damit ein Werk geschaffen, mit dem ihm der Brückenschlag zwischen Klassik und Jazz gelingt. Die Speinsharter Version, die Begeisterungsstürme auslöst, ist ein Arrangement des dänischen Komponisten John Hoybye und Peder Pedersen für Sopran-Solo, Chor und Big Band. Dieses Arrangement nimmt der schwedische Künstler Fred Sjöberg zur Grundlage für die fulminante Konzertreihe anlässlich des Bayreuther Festivals. Ein "Harmony International", so auch der Titel des Konzertabends in Speinshart, wird zum großen Gemeinschaftsprojekt der Chöre. Hier vereint sie Sjöberg für ein einmaliges Erlebnis mit der Big Band des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern unter der musikalischen Leitung von Harald Rüschenbaum. Ein gewaltiger Klangkörper mit fast 100 Mitwirkenden.

Leidenschaftlicher Appell


In Speinshart wird diese verbindende Kraft zum "Sommernachtstraum". Jazzorchester, die Chöre unter Leitung von Xian Yiming und Gulmira Kuttybadamova und Sopranistin Sjöberg begeben sich unter der Gesamtleitung von Sjöberg auf eine musikalische Reise, wie sie Ellington zum "Sacred Concert" verschmolzen hat. Dem leidenschaftlichen Appell, unter anderem in der "Freedom-Suite", folgt mit "Praise God and Dance" ein spektakuläres Finale. Der Wunsch des Komponisten wird erhört, "nur den besten Musikern, Sängern und Chorleitern zuzujubeln". Nur den Aufruf, Gott auch im Tanz zu loben, kann in dieser unvergesslichen Stunde niemand nachkommen. Stehende Ovationen begleiten die hinreißenden Darbietungen.
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