Tag des Denkmals in Speinshart
„Offenbarung des Johannes“

Zwei Kirchenführungen steuerten Frater Johannes Bosco (unser Bild) und Frater Korbinian für das Kloster Speinshart zum Tag des offenen Denkmals bei. Bild: do
Kultur
Speinshart
13.09.2016
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Kein Tag des offenen Denkmals ohne das Kloster Speinshart. Auch am Sonntag kamen Kulturfreunde in die barocke Anlage. Dabei interessierten sie sich aber mehr für das Kloster und weniger für den Hof.

Auf lateinisch heißt es auf sechs von barocken Putti aufgespannten Spruchbändern in der Vorhalle der Klosterkirche: "Von der ersten Gründung dieser Kirche im Jahre des Herrn 1145. Herr Adelvolc von Speinshart, Gründer dieses Ortes. Gemahlin Reihtza. Reinhold und Eberhard, Brüder von Reifenberg. + Maria mit dem Kind, nimm die frommen Bitten in dieser Kirche an"! Am Sonntag waren es viele Besucher, die über die barocke Pracht staunten und den Erklärungen von Frater Johannes lauschten. Auf deutlich weniger Interesse stieß dagegen die Führung durch den Klosterhof. Diese musste entfallen.

So konzentrierte sich der Tag des Denkmals auf Kirche und Kloster. Einem Ort der Begegnung, von Glaube und Kultur, wie die Prämonstratenser von Speinshart gerne feststellen. Den Nachweis liefern die Chorherren prompt. Zum Grundgedanken von Glaube, Hoffnung und Liebe, wie sie Frater Johannes in den kostbaren Fresken, dem milde lächelnden Erzengel Gabriel, der anmutigen Engelschar und der fürsorglichen Mutter Gottes in der Klosterkirche wiederentdeckte, gesellt sich die Begegnung.

Es ist eine lange Tradition. Seit der Gründung des Klosters im Jahr 1145 bieten die Prämonstratenser-Chorherren von Speinshart den Menschen mit ihrem Glaubensgrundsätzen und dem Engagement für Kunst und Kultur Hilfestellung. Dicht verwoben mit der Geschichte der nördlichen Oberpfalz gilt deshalb Speinshart als geistliches und kulturelles Zentrum zwischen Weiden und Bayreuth in der Mitte Europas.

Am Anfang kamen Prämonstratenser aus Tirol mit ihrem pastoralen Wirken in diesen Landstrich. Frater Johannes berichtete bei der Kirchenführung von der Arbeit, die Künstler aus dem Tessin im 17. Jahrhundert nach Speinshart brachten und Werke von europäischem Rang schufen. Weitere Details gehörten zu den "Offenbarungen von Johannes". Frater Johannes Bosco verwies auf die wechselvolle Geschichte des Baudenkmals mit seinen monumentalen Stuckaturen und zarten Fresken der italienischen Brüder Carlo Domenico und Bartolomeo Lucchese und die Säkularisierung im Jahr 1803. Damit habe der Freistaat auch die volle Baulast der Klosterkirche übernommen. "Sie nimmt das Land Bayern verantwortungsvoll wahr", lobte der Kirchenführer.

Durch die jüngsten Restaurierungen einschließlich frischer Farben für die über 100 kleinen und großen Fresken sei ein barocker Kirchenraum als Gesamtkunstwerk aus Stahl, Stuck und Holz entstanden.

Sehenswert sind auch weitere Orte des Gesamtensembles Kloster. Viele Besucher interessierten sich für das künftige Refektorium, das sich im dritten Bauabschnitt wieder zum Speisesaal wandelt, bewunderten den barocken Glanz des Musiksaales und lobten die einladende Atmosphäre des restaurierten Kloster-Innenhofes. Eine Kaffeepause im Konventgang oder im Innenhof und ein Mitbringsel aus dem reichen Angebot des Klosterladens ergänzten den Besuch.
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