Turkmenisches Kammerorchester begeistert Zuschauer zum Abschluss der Speinsharter Sommerkonzerte
Musikgenuss aus einem "unbekannten" Land

Zum Abschluss der diesjährigen Speinsharter Sommerkonzerte in Kooperation mit dem Festival junger Künstler Bayreuth gastierte das Turkmenische Kammerorchester. Bild: Stiegler
Kultur
Speinshart
26.08.2016
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Wer Turkmenistan ohne Überlegen gleich auf der Landkarte findet, ist schon fast ein Geografie-Experte: Der zentralasiatische Staat grenzt an das Kaspische Meer sowie an die Staaten Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan und Iran an. Landläufig weiß man relativ wenig über das Land, in der Hauptstadt Aschgabat tun Staatspräsident Gurbanguly Berdimuhamedow und seine Regierung auch viel dafür, dass es so bleibt. Abschottung wird dort groß geschrieben, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes machen auch nur bedingt "Appetit" auf den Besuch des Landes.

Umso erfreulicher ist es, dass in der Reihe der "Speinsharter Sommerkonzerte" die Musiker vom Turkmenischen Kammerorchester in der Klosterkirche gastieren und für einen krönenden Abschluss der Konzertreihe in Kooperation mit dem Festival junger Künstler Bayreuth sorgen. Denn die künstlerische Qualität der Instrumentalisten und ihres Dirigenten Rasul Klychev hat es nicht verdient, "versteckt" zu bleiben. Bemerkenswert sind darüber hinaus noch mehrere Aspekte des gelungenen Auftritts: Die eindrucksvollen traditionellen Gewänder der Instrumentalistinnen, ein noch nicht einmal 30 Jahre alter Dirigent mit großem Verve und eine überraschend souveräne Leichtigkeit der Instrumentalisten. Es sind die äußerst präzise und ausgefeilte Technik sowie das enorme Gespür für Dynamik, die die Zuhörer in der Klosterkirche das ganze Konzert hindurch begeisterten. Schon beim Auftakt, dem dreisätzigen Concerto in D-Moll von Tomaso Albinonis, wird dies überdeutlich. Es bedarf nicht vieler Zeichen und Gesten des Dirigenten, um sein Orchester zu führen: Sehr stimmig und äußerst harmonisch finden sich die Streicher zum gemeinsamen Klangkörper zusammen.

Dieses Grundprinzip zieht sich durch den ganzen Konzertabend - ganz gleich, ob bei Edvard Griegs "Elegische Melodien", Gustav Holsts "St. Paul's Suite" oder "Green Ways" von Bayram Hudaynazarov. Besondere Akzente setzen aber auch die bei den Instrumentalsolisten Ovezov Yusup an der Klarinette bei "Schmetterling" von Aleksandr Ilyinskiy und Samir Rizayev an der Violine bei Giuseppe Tartinis "Teufelstriller".

Gelungener Konzertabend


Der lange Zwischenapplaus des Publikums für die Solisten kommt von Herzen und ist wahrlich verdient. Dass in den turkmenischen Musikern auch südamerikanisches Blut steckt, dürfen sie gegen Ende des Konzerts beweisen: Mit leidenschaftlicher Passion an ihren Instrumenten verschaffen sie den Tango-Klängen von Astor Piazzolla Gehör. "Standing Ovations" in der voll besetzten Klosterkirche für einen ganz und gar gelungenen Konzertabend.
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