Zeiher-Quartett gibt Konzert in Klosterkirche Speinshart
Melodie auf Wanderung

Als Duo und Solisten ein Hörgenuss: Lukas Pospisil am Cello (links) und Makoto Sudo an der Bratsche beweisen ihr Können beim Konzert im Kloster Speinshart. Bild: Zahn
Kultur
Speinshart
27.05.2016
11
0

Von Franziska Zahn

Speinshart. Mit klassischen und romantischen Klänge erfüllt das Zeiher-Quartett aus Würzburg die Speinsharter Klosterkirche. Erster Violinist Alexander Zeiher, zweiter Geiger Tomas Hajek, Bratschist Makoto Sudo und Lukas Pospisil am Cello präsentieren den Zuhörern das "Kaiserquartett" von Joseph Haydn und das Streichquartett in E-Moll von Bedrich Smetana mit dem Titel "Aus meinem Leben".

Fast wie Haydn


Fröhlich und schwungvoll beginnt der erste Satz des "Kaiserquartetts". Besonders Zeiher zeigt sich an der Violine solistisch. Typisch klassisch und abgeklärt erinnert das Stück an den Stil Haydns. Im zweiten Satz, der Melodie der Deutschlandhymne, beweisen die Künstler jeweils in vier Variationen ihr Können, indem die Melodie durch alle Stimmen wandert. Das folgende Menuetto beginnt belebt, dennoch lässt es eine gewisse Dramatik spüren. Vor allem die verschiedenen Motive, die erst in Dur und dann in Moll erklingen, sorgen für diesen Effekt. Intensiv und virtuos findet das Streichquartett seinen Abschluss im Finale/Presto. Alle Instrumente spielen solistisch. Plötzliche scharfe Einsätze und Gewitter ähnliche Klänge des Cellos verleihen dem Stück ein fulminantes Ende.

Den Verlauf seines Lebens in Tönen schildert der Komponist Bedrich Smetana in seinem Streichquartett in E-Moll. Mit völlig anderen Stilelementen und Harmonien als Haydn, erzählt Smetana eine Geschichte, die tragisch mit dem Verlust seines Gehörs endet. Die vier Musiker lassen schon im ersten Satz viel Dramatik durchklingen. Sehnsuchtsvolle Melodien, Motive und Harmonien sind Hauptbestandteil dieses Allegros. Ruhig und doch voller Spannung endet der Satz in einem Fade-Out. Sehr rhythmisch soll der zweite Satz an die wilde Jugend des Komponistens erinnern. Wie Tanzmusik klingt das Allegro moderato alla Polka. Den dritten Satz beginnt Lukas Pospisil am Cello solistisch. Nach und nach kommen die anderen Instrumente dazu und vermittelten dem Publikum romantische Stimmung.

Durch die Jahrzehnte


Das Vivace am Schluss beginnt zunächst fröhlich, erlebt dann aber eine Wende, als der Ton erklingt, den Smetana als Tinnitus kurz vor dem Verlust seines Gehörs hört. Leise und resigniert, ungewöhnlich für den letzten Satz eines Streichquartetts, endet dieses Stück.

Das Quartett spielt beim Philharmonischen Orchester Würzburg, will aber trotzdem seiner Liebe zur Kammermusik nachgehen. Mittlerweile präsentieren die Künstler Stücke aus allen Epochen, in denen Streichquartette komponiert wurden. Durch die jahrelange Erfahrung der Musiker beweist das Zeiher-Quartett eine erstklassige Umsetzung der beiden Streichquartette.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.