"Alltagsparkplatz": Grünen-Räte üben massive Kritik - Mehrheit für Fortführung der Planungen
"Verschwendung von Steuergeld"

Lokales
Speinshart
13.10.2015
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Nach dem Beschluss für den Veranstaltungsparkplatz (siehe Artikel oben) im Gemeinderat wurde diskutiert - und heftige Kritik vorgebracht. Grünen-Gemeinderat Johann Mayer, der schon gegen den Veranstaltungsparkplatz gestimmt hatte, wandte sich vehement gegen die Planungen für den zweiten Besucherparkplatz am westlichen Dorfrand.

Er sprach von einer unverantwortlichen Flächenversiegelung durch die geplante Zufahrtsstraße zum "Alltagsparkplatz" mit sechs Metern Breite: "wie eine Staatsstraße". Zweifel äußerte er auch an den vorgesehenen Zufahrtsregelungen in den Klosterhof. Die vielen Straßenleuchten seien ebenfalls sinnlos, und überhaupt: Es werden Flächen zerstört, die 800 Jahre als Grünland gedient hätten. Nun werde das letzte Eck auch noch zugebaut.

"Auf moorigem Grund"

Mayer stellte ferner die Lage des Parkplatzes in Frage. "Der ist gar nicht einsehbar", befand er, bezweifelte das Einverständnis der Grundstücksnachbarn und verurteilte das Herrschaftsdenken des Landesamtes für Denkmalpflege. "Das Projekt auf moorigem Grund ist eine einzige Steuergeld-Verschwendung", fasste er schließlich zusammen.

Seine Grünen-Kollegin Barbara Müller rechtfertigte ihr ursprüngliches Einverständnis mit mangelnden Alternativen: "Die Behörden haben uns keine Wahl gelassen." Mittlerweile gebe es aber viele Argumente, die höher einzustufen seien als die Behörden-Meinung. Als besonders negativ nannte sie den Verlust schöner Landschaft und die heftige Kritik von Anlieger Hans Girisch. "Der wird den Klageweg beschreiten", sagte Müller.

"Wir brauchen einen Parkplatz. Aber bitte nicht auf Kosten unserer kommunalen Planungshoheit", betonten die beiden Gemeinderäte der Grünen übereinstimmend. Und: "Von den Behörden sollten wir uns nichts aufzwingen lassen", forderten sie. Als Ersatzstandort für den "Alltagsparkplatz" schlugen Johann Mayer und Barbara Müller das Wiesengelände südlich der Klosteranlage zwischen der Zufahrtsstraße zum Klosterhof und dem Friedhofsweg vor. "Das kommt billiger und erspart eine neue und lange Zufahrtsstraße."

Jeder Meter entscheidend

"Entscheidend ist, was machbar ist", stellte Bürgermeister Albert Nickl noch einmal klar. Die Fläche am westlichen Dorfrand sei ein Top-Standort, der wegen der Nähe zur Ortsmitte von jedem Besucher angenommen werde. "Jeder Meter, der näher am Klosterhof liegt, ist entscheidend." Die 300 Meter lange Zufahrtsstraße müsse man leider als Kröte schlucken, bedauerte Nickl: Dies sei akzeptabler, als den Zubringerverkehr zum Parkplatz durch den Ort zu leiten.

In das Reich der Märchen verwies zweiter Bürgermeister Roland Hörl die Behauptung von Johann Mayer zur Breite der Erschließungsstraße. Diese betrage nur zwischen drei und vier Metern, korrigierte er dessen Aussage.

"In den Anliegerversammlungen haben sich alle Betroffenen für die Doppel-Parkplatz-Lösung ausgesprochen", betonte Roland Lins. Es bestehe die absolute Notwendigkeit, umgehend zu einer vernünftigen Stellplatzlösung für Kloster, Anlieger und Besucher zu kommen - und das auf Flächen, die auch angenommen werden.

In Wortmeldungen bekräftigen weitere Räte ebenfalls die Notwendigkeit einer Doppellösung an den genannten Standorten. Danach ergab die zweite Abstimmung ein klares Votum für weitere Schritte zur Verwirklichung des "Alltagsparkplatzes" am westlichen Dorfrand. Dagegen stimmten Johann Mayer und Barbara Müller.
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