Am Oberpfälzer Kulturtag begeistert die Chorgemeinschaft Sankt Georg in der Klosterkirche ...
Die hohe Kunst der schönen Klänge

Mit minutenlangem Schlussapplaus feierte das Publikum in der Klosterkirche Speinshart die außergewöhnliche Leistung der Sänger. Bild: do
Lokales
Speinshart
17.06.2015
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Erneut erwies sich das Kloster Speinshart als Perle der Kultur. Eingebunden in den Oberpfälzer Kulturtag mit dem Thema "Klöster der Heimat" demonstrierte die Chorgemeinschaft Sankt Georg aus Pressath am Samstagabend zum Höhepunkt des Kulturprogramms anspruchsvolles Singen.

Mit einem Spaziergang durch "blühende Landschaften" zeigte der Chor mit Sängern aus der Region, dass auch die Oberpfalz zu den bedeutenden musikalischen Adressen im Land gehört, wie es Chorleiter Richard Waldmann formulierte. Der Internationale Kinderchor der Grundschule Cham und die Vorstellung des Akkordeon-Virtuosen Igor Kvashevich begleiteten den Auftritt des gemischten Ensembles.

Zum Träumen

Dem Anlass und der Räumlichkeit des Konzerts Rechnung tragend, wählte Maestro Waldmann besonders schöne Sätze aus Barock, Klassik, Romantik und Volkslied. Musik von Alessandro Scarlatti, Gregor Aichinger, Edvard Grieg, Anton Bruckner, Edward Elgar, Petr Eben, Zoltan Kodaly und Hans Koessler berührte die Gefühlswelten des Publikums. Ein Konzert zum Träumen stimmte ein in den anschließenden Sommernachtstraum draußen im Klosterhof.

Wie so oft ging Waldmann mit seiner Sängerschaft auf Entdeckungsreise, wie schon die Auswahl der Komponisten zeigte. Ausdrucksstark und forsch, dann wieder sensibel und einfühlsam zeichneten die Sänger die unterschiedlichen Jahres- und Lebensabschnitte von Natur und Mensch nach. "Exultate deo" "jauchzte" der Chor schon zu Beginn, um dann mit einem Alleluja der Himmelskönigin zu huldigen. Höchst anspruchsvoll gestaltete die Chorgemeinschaft das Ave Maris Stella des Norwegers Edvard Grieg. Mit Kunstverständnis und festem Fundament setzte er mit dem Ave Verum von Edward Elgar einen weiteren Glanzpunkt. Passender hätte der Beginn des Schlussakkords in seiner Aktualität nicht sein können: "Die Dämmerung hat mich am Waldrand erreicht. Ich legte die Mütze unter meinen Kopf, faltete die Hände und betete zu Gott: Gib mir Obdach, ich bin müde vom Wandern".

Unüberhörbar auch die Fröhlichkeit in den Kinderstimmen. Der Internationale Kinderchor unter Leitung von Hermann Seitz jubelte die Fähnchen seiner Heimatländer schwingend: "Wir sind Kinder dieser Erde, wir sind Kinder dieser Welt und wir singen voller Freude, weil uns diese Welt gefällt."

Beeindruckt vernahm das Publikum die hohe Kunst des Solisten. Der aus Weißrussland stammende Akkordeonist Igor Kvashervich, Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe, imponierte mit dem Präludium und Fuge Gis-Moll von Johann Sebastian Bach. Mit viel Gefühl endete das Konzert mit "Kein schöner Land", gemeinsam vorgetragen von der Chorgemeinschaft und dem Kinderchor.
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