Andere Länder, andere Bräuche

Persönlich erläuterte Rainer Christoph, Vorsitzender des Fördervereins Goldene Straße, den Buben und Mädchen der Volksschule Speinshart bei einem Gang durch die Ausstellung an den Info-Tafeln das Weihnachtsbrauchtum entlang der Goldenen Straße. Bild: do
Lokales
Speinshart
30.11.2015
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Einem besseren Kennenlernen dient die Wanderausstellung "Weihnachtsbräuche an der Goldenen Straße" - eine Ausstellung von und für Kinder. Bei der Eröffnungsfeier im Kloster Speinshart standen deshalb die Kinder der Grundschule Speinshart im Mittelpunkt.

Die Goldene Straße von Kaiser Karl IV. verbindet West- mit Mittelosteuropa. Dementsprechend vielfältig sind Bräuche und Traditionen, die sich in Luxemburg, Nordbayern, Tschechien und der polnischen Wojwodschaft Niederschlesien zu Advent, Weihnachten, zur Wintersonnwende und dem Jahreswechsel ausgebildet haben.

Gemeinsame Geschichte

In der Wanderausstellung im Oberen Konventgang der Prämonstratenser-Abtei Speinshart erzählen Bilder und Geschichten von den Weihnachts- und Adventsbräuchen entlang der Goldenen Straße. Bei der Ausstellungseröffnung brachte Rainer Christoph, Vorsitzender des Fördervereins Goldene Straße e.V., schon einmal den Kindern der dritten und vierten Klasse der Grundschule Speinshart mit seinen Erzählungen ein Stück gemeinsamer Geschichte der Oberpfälzer und Böhmen näher. Sein Blick richtete sich schließlich auch über den gesamten Herrschaftsbereich eines charismatischen Herrschers eines "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation".

Spätestens seit dem 1. Mai 2004 sind uns die Nachbarn aus dem Osten geographisch und kulturell wieder ganz nah. Da lag es ganz nahe, dass sich Rainer Christoph mit viel Idealismus einem Thema mit weit verzweigtem europäischen Wurzelwerk zuwandte. So entstand vor zehn Jahren das Konzept einer Wanderausstellung, das europäische Weihnachtsbräuche entlang der Goldenen Straße am Beispiel von gleich fünf Ländern aufzeigt.

Die Rede ist vom Adventskranz und vom Adventskalender, von den Bräuchen um Barbara, Nikolaus und Luzia, vom Christbaum und den Heiligen Drei Königen. Nicht zuletzt zeigen die Ausstellungstafeln die Hingabe, mit der polnische und tschechische Kinder von ihren Wünschen ans Christkind und vom Brauch des Schenkens und Feierns in ihren Familien erzählen.

Überraschend spielt auch der Teufel unter all den Engeln, Heiligen, Bischöfen und dem Christkind eine Rolle. Den staunenden Kindern wurde zur Eröffnungsstunde erklärt, dass etwa in Tschechien und in Luxemburg den heiligen Nikolaus der "Tschert", also der Teufel, begleitet. Knecht Ruprecht mit Rute und Sack sind den Kindern aus dem Nachbarland unbekannt. Zum Trost für den Nachwuchs vor Ort war der Teufel aber auch am Freitagvormittag nicht im Schlepptau der vielen "Heiligen" und von Rainer Christoph, als der Initiator der Ausstellung im Musiksaal des Klosters mit Bildern und Worten zu einer Reise durch das Weihnachtsbrauchtum aufbrach.

Erwachsene lauschen mit

Mit den Schulkindern lauschten Prior Pater Benedikt, Georg Girisch, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart, Thomas Englberger, Leiter der Begegnungsstätte, Schulleiter Franz Ficker und Teile des Lehrkörpers der Volksschule Speinshart. Die musikalische Gestaltung der Eröffnungsveranstaltung mit weihnachtlichem Liedgut durch den Schulchor unter Leitung von Ulrike Kneidl rundete die atmosphärisch gelungene Eröffnungsfeier harmonisch ab.
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