Auf zu neuen Energie-Ufern

Prämonstratenser-Abtei, Internationale Begegnungsstätte und Klostergasthof als Großverbraucher sowie das geschlossene Ensemble des Klosterdorfes - und in der Folge kurze Leitungen sowie eine kostengünstige Erschließung: All das sind beste Voraussetzungen für eine Nahwärmeversorgung. Bild: do
Lokales
Speinshart
23.02.2015
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Nahwärme-Versorgung für das gesamte Klosterdorf und die Prämonstratenser-Abtei? Das Thema ist nicht neu: Schon vor 20 Jahren gab es vage Pläne für eine Hackschnitzelheizung. Im Zeitalter regenerativer Energiegewinnung soll die Idee für ein Blockheizkraftwerk für den Dorfkern wiederbelebt werden.

"Die Zeit war damals nicht reif", merkte Bürgermeister Albert Nickl in der Sitzung des Gemeinderats zu den alten Planungen an. Die in den 1990er Jahren relativ niedrigen Energiekosten lockten nicht zu neuen Ufern. Heute benötigt vor allem der Klosterbetrieb mehr Energie. Die Internationale Begegnungsstätte und der Klostergasthof zählen zu den Großverbrauchern von Wärme und Strom.

Pellets und Hackschnitzel heißen die Zauberwörter, die im Dorf für einen gesunden, zukunftsorientierten Energiemix sorgen sollen. "Das Interesse ist groß", gab der Bürgermeister bekannt. "Und die Voraussetzungen sind optimal." Nickl verwies auf das geschlossene Dorfensemble und dadurch kurze Leitungen sowie kostengünstige Erschließungsmöglichkeiten: "Wirtschaftlich gute Voraussetzungen", was Prof. Dr. Ing. Markus Brautsch von der Technischen Hochschule Amberg/Weiden ebenfalls bestätige. An der Hochschule ist auch das Institut für Energietechnik angesiedelt, einer der möglichen Auftragnehmer. Der Gemeindechef kam dann so richtig ins Schwärmen: Er sprach von einem ökologischen Musterbeispiel, prophezeite regionale Wertschöpfung und sah das Projekt als weiteren Baustein zur ganzheitlichen Fortentwicklung der Dorferneuerung. Auch ein neues Trägerkonzept schloss er nicht aus. "Eine Genossenschaft mit Anliegerbeteiligung" schwebt ihm vor - allerdings: "Man muss erst rechnen, was besser ist." Die NEW-Bürger-Energiegenossenschaft sei eine Alternative.

Drei Kostenangebote

Bevor jedoch "Nägel mit Köpfen" gemacht werden, brauchen die Speinsharter eine Machbarkeitsstudie. Der Wunsch des Bürgermeisters ist ein Energie-Nutzungsplan für das Klosterdorf. Gut 20 000 Euro soll das Gutachten kosten, von dem sich die Kommune unter anderem ein Maßnahmenpaket zur Umsetzung, zum Betrieb und zum Standort der Heizungsanlage erwartet. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt die dafür erforderlichen Erhebungen mit einem Fördersatz von 70 Prozent.

In einer kurzen Diskussion sah der Gemeinderat noch einen langen Weg bis zur Realisierung einer guten Idee. "Da gibt es noch viele schwierige Fragen zu lösen, aber wir sollten die ersten Schritte wagen", hieß es. Mit einstimmigem Beschluss ermächtigte das Gremium den Bürgermeister, als nächsten Schritt drei Kostenangebote für ein Gutachten zur Nahwärmeversorgung des Dorfkerns einzuholen.
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