Barock trifft auf Gotik

Bei den Speinsharter Barocktagen begeisterten Regionalkantor Georg Schäffner und die Trompeter Rudolf Lörinc und Moritz Görg (von links) bei einem Abendkonzert in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius in Eschenbach. Bild: do
Lokales
Speinshart
23.09.2015
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Es muss nicht immer Bach sein. So manchen Freund der Kirchenorgel überkam am Samstagabend das Gefühl, dass die bunte Vielfalt an Klängen und Effekten auch mit anderen Meistern der Kirchenmusik seine ganz eigenen Reize hat.

Mit genau dem Instrument, das der Künstler in einer Kirche vorfindet. Aber darum ging es am Samstagabend in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius in Eschenbach. Das Herz des Publikums schlug für barocke Klänge ausgerechnet in gotischer Umgebung.

Zum virtuosen Spiel von Regionalkantor Georg Schäffner aus Gößweinstein kamen die traumhaften Klänge der international erfolgreichen "Naturtrompeter" Moritz Görg und Rudolf Lörinc. Auf dem Programm: Barockmusik des 17. Jahrhunderts mit Werken von Heinrich Ignaz, Franz Biber, Pavel Josef Vejvanovský, Alessandro Melani, Vincento Albrici, Philipp Jakob Rittler und Dietrich Buxtehude. Bei den Speinsharter Barocktagen verzauberten die Künstler Besucher und Gotteshaus mit einer unglaublichen Klangfülle.

Schwer beeindruckt

"Alte Musik" strengt nicht selten die Zuhörer fast ebenso an wie die Akteure. Das Gegenteil bewiesen der Kantor und die Barocktrompeter am Samstagabend höchst professionell mit bemerkenswertem Niveau. Dem erfahrenen Regionalkantor der Diözese Bamberg, Kulturpreisträger der Oberfrankenstiftung und nebenamtlichen Organisten der Basilika zu Gößweinstein standen das Temperament der musikalischen Jungspunde Moritz Görg und Rudolf Lörinc gegenüber. Während Moritz Görg mit seinem perfekten Spiel in vielen Orchestern und Ensembles zu Hause ist, sammelte der Solotrompeter Rudolf Lörinc Orchestererfahrung auf Konzerttourneen auf der ganzen Welt. Am Samstag waren unter anderem die Sonata "Sancti Mauritii", "Ciaccona" und "Balletti", Kompositionen von Pavel Josef Vejvanovský, Philipp Jakob Rittler und Heinrich Ignaz Franz Biber, die das Publikum schwer beeindruckten.

Funkelnde Eleganz

Nicht minder Hörvergnügen schenkte Georg Schäffner auf der neuen, hochgepriesenen Sandtner-Orgel der Stadtpfarrkirche. Schäffner "jubilierte" unter anderem mit Dietrich Buxtehudes "Präludium, Fuge und Ciacona C-Dur". Der Komponist und Organist (1637-1707) gehörte zu den musikalischen Vorbildern von Johann Sebastian Bach. Ob Organist oder Barocktrompeter - mit Harmonie und begeisternder Spielfreude verschafften die Künstler ihrem Publikum Zugang zu ungewohnten Barockgefilden und entführten in die funkelnde Eleganz des Barock. Der stürmische Beifall am Ende dankte für diese nicht ganz einfache Passion. Zwischendurch faszinierte Rudolf Lörinc mit einer Vorstellung seines anspruchsvollen "Naturinstruments", der Barocktrompete.
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