Berg der Äbte und der Pferde

Lokales
Speinshart
16.05.2015
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Herausgeputzte Pferde, herrliches Wetter, ein berittenes Glaubensbekenntnis: der Sternritt auf den Barbaraberg ist ein beeindruckendes Schauspiel. Auch beim 39. Mal gehörte eine Sternwanderung zum Barbaraberg dazu.

Gut 1000 Besucher strömten an Christi Himmelfahrt auf den "heiligen Berg" der Speinsharter, um vor der ehemaligen Wallfahrtskirche das prächtige Panorama zu genießen, den Festgottesdienst unter freiem Himmel zu feiern und das Spektakel rund um die edlen Vierbeiner zu beobachten. Rund 100 Reiter wollten beim Sternritt dabei sein. Frisch gestriegelt und am Barbaraberg liebevoll betätschelt, gehörte Franziska Hofmann aus Pressath mit ihrem polnischen Warmblut Blue zu den ersten Ankömmlingen. Wenig später der nächste Blickfang. Spielend leicht, so der erste Eindruck, meisterte das Gespann von Walter Seltmann und Andrea Hörath aus Wolframshof die Steigung vorbei an den Kreuzwegstationen. Verziert mit Blumensträußchen an den Trensen waren Cheyenne, der Kaltblutmischling und Mazurka, das bayerische Warmblut mit Kutsche und Reitern der Anziehungspunkt.

Aufgeregt hielten Mütter Ausschau nach ihrem Nachwuchs. "Wo bleibt die Reiterei aus Guttenthau?" Die Vierbeiner stehen überwiegend in großen Reitställen. Sie kamen genauso rechtzeitig wie die Pferdeliebhaber aus allen Teilen der nördlichen Oberpfalz bis ins Fränkische. Von Püllersreuth bis Höflas, von Pressath bis Kirchenthumbach machten sich Ross und Reiter auf zum Barbaraberg. Besonders die Ponys aus Pressath und Höflas bei Vorbach durften sich nach ihrer Ankunft über Streicheleinheiten freuen.

Frauen in der Überzahl

Werner Schreml mit Lebensgefährtin Gertraud aus Eschenbach fuhren in der nächsten Kutsche vor. Santos und Sandro, die Araber-Haflinger, nahmen locker den Steilhang und präsentierten sich schnaubend den Besuchern. Ein bisschen abseits und doch nicht zu übersehen verschnauften einige American Quarter Horse, die zahlenmäßig größte Pferderasse der Welt und ideale Begleiter fürs Westernreiten. Auch an Nachwuchs fehlt es nicht. Besonders Kinder und Jugendliche begeistern sich für den Pferdesport. Diese Zuneigung zum Tier war auch auf dem Barbaraberg zu beobachten. Auffallend war auch die weibliche Überzahl.

Schon vor Beginn der Festmesse zeigte sich Renate Schupfner zufrieden. Die Vorsitzende des Reitclubs am Kulm strahlte bei der Begrüßung über den Andrang. "Genießt es" empfahl sie zu den Pferdefreunden. Dazu gehörten auch die Verkündung des Wort Gottes und die Segnung der Pferde. Auf dem Plateau vor der barocken Kulisse der Kapelle beleuchtete der Prior des Prämonstratenser-Klosters Speinshart, Pater Benedikt Schuster, die Botschaft vom Hochfest Christi Himmelfahrt.

Aufgabe als Christ sei es heute, aus der Enge und Begrenztheit des menschlichen Lebens heraus der Freudenbotschaft des Evangeliums folgend die Weite des Menschseins mit Christus anzunehmen, formulierte der Prior. Nach der Himmelfahrt Christi sei es wichtig, eine andere Form des Umganges mit Jesus zu finden. "Dies geschah mit der Sendung des Heiligen Geistes", bemerkte der Ordensmann und empfahl, Augen und Ohren für das Christsein zu öffnen, "denn die Kirche dieser Welt lebt von Menschen im Vertrauen auf Gott". Bei der Pferdesegnung mahnte der Prior: "Lasst uns Menschen an die Verantwortung für das Geschöpf Tier erinnern".

Ludwig und Sissy

Verstreut auf das weite Wiesengelände rund um die Barbaraberg-Kulisse grasten derweil die Warm- und Kaltblüter, Ponys, Tinker und Westernpferde. Noch einmal bildeten sich Menschentrauben beim Eintreffen der Schumann'schen Kutsche aus Kirchenthumbach. "Lord" Wolfgang mit Gattin Ilse zelebrierten ein Paar aus der feinen englischen Gesellschaft, einfach köstlich. Die Originalkutsche mit den Moritzburger Warmblütern Ludwig und Sissy erinnerte an kaiserliche Zeiten.

Zu den Farbtupfern gehörten die gewohnt einfühlsam aufspielenden Kaibitzer Schlossbläser unter Leitung von Hornmeister Ely Eibisch. Die Hornisten beeindruckten unter anderem mit Stücken aus der Hubertusmesse von Reinhold Stief und der Schubertmesse. Eine weitere Kostprobe der Jagdhornbläser durften die Festbesucher nach dem Gottesdienst genießen. Der Reitertag entwickelte sich danach zum zünftigen Feiertag für Zweibeiner. Ein Schmankerl-Angebot lud zum Verweilen.
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