Das große Ganze sehen

Auf Einladung der Pfarreiengemeinschaft und des Pfarrgemeinderats versammelten sich 90 Ehejubilare in der Klosterkirche Speinshart zu einer bewegenden gemeinsamen Feier. Geladen waren alle Paare mit 25 Jahren Ehe oder mehr. Dem von Pater Adrian (Mitte) zelebrierten Dankgottesdienst folgte ein Empfang der Pfarrgemeinde in der Internationalen Begegnungsstätte des Klosters. Bild: do
Lokales
Speinshart
05.02.2015
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"Die Ehe ist eine Baustelle, an der man ein Leben lang arbeitet", findet Pater Adrian Kugler. Vor dieser "Baustelle" und seinen Bewohnern verneigte sich der Seelsorger in einem feierlichen Dankgottesdienst.

45 Ehepaare aus der Pfarreiengemeinschaft feierten mit ihm und in einer Gemeinschaft "Gleichgesinnter" kleine und große kirchliche Hochzeitsjubiläen.

"Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens", so heißt es im Eheversprechen. An dieses Gelübde zu erinnern, aber auch nachzudenken, zu danken und zu erkennen, dass die Ehe "nicht nur Gabe, sondern Aufgabe ist", wie es Pater Adrian formulierte, stand deshalb im Mittelpunkt des Gottesdienstes.

Dieser begann mit einer stimmungsvollen musikalischen Empfehlung der Gruppe "Cantemus": "Miteinander Land gewinnen, miteinander immer neu beginnen." Schon in seiner Begrüßung verwies der Pfarrer auf den hohen Anspruch eines Eheversprechens, die alltäglichen Anforderungen, Schicksalsschläge, die widrigen Umstände sowie Schuld und persönliches Versagen gemeinsam zu meistern.

Verschlungene Pfade

In seiner Predigt definierte der Seelsorger Liebe und Ehe als wunderbares Gottesgeschenk an zwei Menschen. Auf das Titelbild "Labyrinth und Rose" auf der Leinwand verweisend entdeckte er darin treffende Symbole einer lebendigen Partnerschaft. Das in den Fußboden der mittelalterlichen Kathedrale von Chartres (Frankreich) eingelassene Labyrinth mit seinen 28 Kehrtwendungen verglich Pater Adrian mit den verschlungenen Pfaden des Ehelebens.

"Alles scheint zunächst ganz einfach. Man stürzt sich mit Freude ins gemeinsame Leben, das Ziel klar vor Augen. Dann kommen Hindernisse, Kurven und Kreuzungen." Diese symbolhaften Hinweise auf Sorgen und Konflikte gelte es in einem langen Eheleben gegenseitig zu tragen und manchmal zu ertragen.

"Die kleinen und großen Schmerzen und Konflikte im Alltag können zermürben." Doch alles gehöre in einer Ehe zusammen, tröstete der Ordensmann. Das Licht und das Dunkel, Anstrengung und Hoffnung, Freude und Schmerz, Irrtum und Umkehr. Mit der Zeit werde klar, dass auch ein gewundener Lebensweg zu Gott hinführe.

Jubiläumsgeschenke

Der Seelsorger empfahl den Jubilaren, das große Ganze sowie die Schönheit und Hoffnung auf den verschlungenen Pfaden des Alltags zu sehen. Von Herzen kam der Wunsch an die Ehejubilare, hoffentlich noch viele gemeinsame Lebensjahre dankbar aus Gottes Hand anzunehmen und in der "Baustelle Ehe" Freude am gemeinsamen Werk zu haben.

Dem Segen des Zelebranten folgten Fürbitten von Mitgliedern des Pfarrgemeinderats aus allen angeschlossenen Pfarreien. Nach dem Gottesdienst lud der Pfarrgemeinderat die Ehejubilare zu einem kleinen Empfang in die Begegnungsstätte des Klosters. Für jedes Paar gab es ein kleines Jubiläumsgeschenk.
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