Doppelschlag löst Parkproblem

Noch herrscht absolutes Halteverbot: Demnächst soll entlang des Radweges in Richtung Tremmersdorf ein "Sonderparkplatz für Großveranstaltungen" mit 55 Stellplätzen entstehen. Bild: do
Lokales
Speinshart
23.02.2015
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Johannes Nepomuk soll künftig auch Autofahrer beschützen. Bei der Statue des Brückenheiligen sind 55 neue Stellplätze geplant. Die und weitere 84 Plätze sollen beitragen, den Konflikt zwischen Anwohnern und Besuchern des Kloster Speinsharts zu entschärfen.

Architekt Georg Sunner aus Amberg stellte dem Gemeinderat diesen Vorschlag vor. 55 Plätze am Radweg nach Tremmersdorf und ein Parkplatz am westlichen Rand des Klosterhofes mit 84 Stellplätzen soll entstehen. Tagestouristen, Gottesdienst- und Konzertbesucher, Tagungsteilnehmer an den Veranstaltungen der Internationalen Begegnungsstätte oder Gäste des Klostergasthofes: Alle versuchen, im historischen Klosterhof zu parken. Ein Unding, finden Anlieger und Gottesdienstbesucher.

Der ruhende Verkehr im Klosterhof entwickelte sich zum Ärgernis (wir berichteten). Zuletzt waren die Kommunalpolitiker gefordert, dem Chaos zu begegnen. Bürgermeister Albert Nickl sagte: "Die Autos müssen raus. Der Klosterhof ist viel zu schön, um zugeparkt zu werden." Die Anlieger fordern, vorm Haus zu parken. Auch dafür zeigt der Gemeindechef Verständnis.

Ein Konzept stellte nun das Planungsbüro Sunner vor. "Wichtigste Vorgabe war, das historische Ortsbild nicht zu beeinträchtigen", verriet Georg Sunner und verwies auf Vorberatungen mit den Anliegern und Abstimmungen mit Genehmigungsbehörden sowie Zuschussgebern. Mit diesem Auftrag ausgestattet, untersuchte der Planer knapp 20 Standorte. Das Ergebnis waren immerhin 16 Varianten und Untervarianten, die der Architekt dem Gemeinderat vorstellte. Die kühnen Überlegungen reichten bis zu einer 400 Meter langen fußläufigen Anbindung des Klosterhofes zu "Verdachtsflächen" östlich der Staatsstraße Eschenbach-Kemnath, eine Unterführung der St 2168 eingeschlossen.

Bürgermeister Albert Nickl konkretisierte mit dem Planer auf der Basis der Anliegergespräche und der Abstimmungen mit den Fachbehörden die Projektplanung mit dem Vorschlag einer Doppellösung. Immer die Gesamtansicht des Klosterensembles im Blickfeld, schlugen Planer und Bürgermeister den Bau eines Veranstaltungsparkplatzes entlang des Radweges südlich des Nepomuk und einen Tagesparkplatz für alle Besucher und Gäste am Dorfrand westlich des Klostergasthofes vor. Entlang der alleeartigen Zufahrt zum Klosterhof empfahl Sunner eine zusätzliche fußläufige Verbindung.

Neue Zufahrt

Eine neue Zufahrtsstraße aus Süden soll den Parkplatz am westlichen Dorfrand erschließen. Voraussetzung ist die Lösung der Grundstücksfragen. Albert Nickl berichtete von einem guten Gesprächsklima. "Wir haben einen Parkplatz am Dorfrand und doch zentrumsnah mit kurzen Wegen zu Klosterhof und Klosterkirche gefunden", waren sich deshalb Bürgermeister und Planer einig. Verbannt bleibt der Busbetrieb. Busreisende müssen wie bisher den Parkplatz an der Einfahrt zur Gereon-Motyka-Siedlung nutzen.

Durchweg positiv bewerteten Gemeinderatsmitglieder die Vorschläge. Zweiter Bürgermeister Roland Hörl begrüßte die Lösungsansätze als anliegerfreundlich. Einen finanziellen Beitrag erwartet er sich vom Kloster und von der Internationalen Begegnungsstätte. Werner Dobmeier plädierte für eine Linksabbiegespur an der Staatsstraße, um Verkehrsgefährdungen bei Großveranstaltungen zu vermeiden. Christian Höllerl erinnerte an die Notwendigkeit einer verkehrsgerechten Notzufahrt für die Feuerwehr zwischen dem neuen Groß-Parkplatz und der Dorfmitte. Des Weiteren empfahl er eine Straßenbeleuchtung auch für den Sonderparkplatz entlang des Radweges.

Hoffnungsfroh zeigte sich Barbara Müller, den Klosterhof autofrei zu sehen. "Früher oder später wird sich das autofreie Bild im Klosterhof durchsetzen", glaubt sie auch als Anliegerin. Nicht erforderlich findet sie den vom Architekten vorgeschlagenen Fußweg an der Baumallee. Dagegen empfahl Architekt Sunner, die alleeartige Zufahrt zwischen Staatsstraße und Innenbereich vom Fußgängerverkehr abzugrenzen.

Beratungen folgen

Bürgermeister Albert Nickl meinte: "Viele Einzelpunkte entwickeln sich erst mit der Detailplanung." Auch ein Parkleitsystem sei notwendig. Einstimmig ermächtigte der Rat den Bürgermeister, für den Doppelparkplatz eine Eingabeplanung ausarbeiten zu lassen. Folgen sollen weitere Beratungen mit den Bewohnern und im Gemeinderat.
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